Unter Buh-Rufen hat die Polizei 200 feiernde Nachtschwärmer von der Admiralbrücke in Berlin-Kreuzberg vertrieben. Bei einer Lärmmessung durch das zuständige Bezirksamt in einer Wohnung am Fraenkelufer wurden in der Zeit von 23 bis 0.15 Uhr stark überhöhte Werte aus Richtung der Admiralsbrücke gemessen. Auf der Brücke befanden sich die rund 200 Personen. Eine Funkstreifenbesatzung forderte sie auf, die Brücke zu verlassen, da der Lärmpegel die Nachtruhe der Anwohner störte. Die Beamten wurden daraufhin ausgebuht. Da keiner der Anwesenden Anstalten machte, die Brücke zu verlassen und die Stimmung nach Angaben der Polizei sehr aggressiv war, forderten die Polizisten Verstärkungskräfte an. Die hinzukommende Einsatzhundertschaft forderte die Feiernden nochmals aufdie Brücke zu verlassen. Nachdem die Einsatzkräfte eine Polizeikette in Richtung Grimmstraße gebildet und mehrere Platzverweise ausgesprochen hatten, verließen die Menschen schließlich friedlich die Brücke.

Wenige Stunden später sprach am Mittwoch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf der Brücke mit Anwohnern. Der Termin war seit längerem geplant. „Wenn ich hier wohnen würde, würde ich mich auch sehr genervt fühlen. Dieser Konflikt muss gelöst werden“, sagte Wowereit. „Besucher der Stadt sollen sich wohlfühlen - andererseits ist Nachtruhe ein hohes Gut.“

Lösungsvorschläge machte Wowereit nicht. Bis November läuft ein Mediationsverfahren, in dem Beteiligte zu Wort kommen. Parallel gibt es einen Ideenwettbewerb für die idyllisch gelegene Brücke in einem Wohngebiet, die inzwischen auch in Reiseführern steht und seit einigen Jahren jeden Sommer mehr Nachtschwärmer anzieht.

dpa/sh