Die Verbraucherzentrale Berlin ist in eine finanzielle Schieflage geraten. Das Defizit liegt nach Informationen von Morgenpost Online bei rund 200.000 Euro, die Liquidität ist akut gefährdet. Als Konsequenz aus den Fehlern des Vereins hat der Vorstand die langjährige Geschäftsführerin Gabriele Francke von ihren Aufgaben entbunden. Der Vorstandsvorsitzende Jürgen Kessler begründete die Entscheidung damit, dass „durch Fehler in den vergangenen Jahren“ der Verbraucherzentrale ein „nicht unerheblicher finanzieller Schaden entstanden sei“.
Verbraucherschutz-Staatssekretär Benjamin Hoff (Linke) bestätigte die Schwierigkeiten. Der Senat sei aber entschlossen, diese für die Beratung und Information der Bürger unersetzliche Einrichtung zu erhalten. „Es gibt keine zweite Verbraucherzentrale“, sagte Hoff. Notfalls werde das Land helfen, den finanziellen Engpass zu überbrücken, kündigte er an.
Die frühere Geschäftsführerin hatte sich offenbar über viele Jahre hinweg beim Umgang mit der Umsatzsteuer vertan und die Erstattungen des Finanzamtes als Einnahmen verbucht. Der neue alleinige Geschäftsführer Peter Lischke sagte, noch sei unklar, wie groß der Schaden wirklich sei. Er setzt seine Hoffnung in ausstehende Forderungen, die die Zentrale von Firmen erwarte, die wegen unlauteren Wettbewerbs und anderer Vergehen gerichtlich belangt würden.
Bis September hat die Senatsverwaltung der Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher (Linke) den Verbraucherschützern nun Zeit gegeben, ihre Probleme selbst zu lösen. Der Vorstand verhalte sich sehr kooperativ hieß es. Die Lage sei nicht vergleichbar mit dem Verhalten der umstrittenen Treberhilfe.
Auch die Berliner Verbraucherzentrale erhält Zuwendungen aus der Landeskasse. Die Subvention beträgt jährlich 718.000 Euro.
BMO


