Wenn Berliner zum Arzt gehen, kommt das die gesetzlichen Krankenkassen teuer zu stehen. Nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) verursachen die Hauptstädter bundesweit die zweithöchsten Arzneimittelkosten.

Statistisch gesehen habe jeder gesetzlich versicherte Berliner 2009 von Praxisärzten Medikamente im Wert von 555 Euro erhalten, teilte die Kasse am Dienstag mit. Damit liege die Hauptstadt weit über dem Bundesdurchschnitt von 456 Euro.

Nur Mecklenburg-Vorpommern habe mit 560 Euro pro Kopf einen noch höheren Verbrauch. Am sparsamsten war Bayern mit 416 Euro.

Am häufigsten seien in Berlin 2009 Antibiotika zur Behandlung von Infektionskrankheiten verordnet worden, sagte TK-Sprecherin Heike Weinert. Doch auch teure Arzneien zur Beeinflussung des Immunsystems, beispielsweise nach Organtransplantationen oder zur Behandlung von HIV/Aids, schlugen zu Buche. An dritter Stelle stehen Präparate gegen Schmerzen und Rheuma.

Insgesamt haben Praxisärzte den Berlinern 2009 Medikamente im Wert von 1,5 Milliarden Euro verordnet. Nach TK-Angaben waren das acht Prozent mehr Kosten als im Jahr 2008. Bundesweit habe der Zuwachs nur fünf Prozent betragen.

dpa/mim