Tom und Jerry, Hanni und Nanni, Winnetou und Old Shatterhand – gemeinsam kämpft es sich besser. Das gilt jetzt auch für die Mode. Das Designerdoppel scheint die Form mit dem größten Kreativpotenzial zu sein. Das beweisen diese erfolgreichen Paare aus der Berliner Modeszene. Alle vier sind mit ihren Kollektionen im jeweiligen Segment erfolgreich und noch lange nicht am Ende ihrer modischen Entwicklung angekommen.

PerretSchaad

Niemand geringeres als das französische Modehaus Givenchy brachte die beiden Designerinnen Johanna Perret und Tutia Schaad zusammen. Eigentlich waren sie damals noch Studentinnen an der Hochschule Weißensee. Aber ein gemeinsames Praktikum in Paris im Jahr 2006 zeigte den jungen Frauen, dass sie gut miteinander funktionieren. Auch in Stresssituationen wie kurz vor einer Haute-Couture-Modenschau. Nach ihrem Abschluss 2009 gründeten sie ihre Marke PerretSchaad. Und hatten schnell Erfolg. Ihren Durchbruch feierten sie bei der vergangenen Fashion Week im Winter. „Die Neuentdeckung“ und „souveränes Debüt“, hieß es. Die Mode der beiden zeichnet sich durch raffiniert-elegante Schnitte und der Kombination von edlen und derben Materialien aus. Locker sitzende Seidenblusen werden mit Baumwollhosen getragen, dazu ein Mantel aus Filz. Die Kollektion gefiel auch den Einkäufern und so hängen ihre Sachen demnächst in den Modehäusern von Tokio, New York und Berlin. Ihre neuen Arbeiten werden die beiden am Sonnabend im Zelt am Bebelplatz präsentieren.

Mongrels in common

Mischlinge („Mongrels“), das sind die beiden Damen von „Mongrels in common“. Livia Ximenez Carrillos Vater ist Spanier, ihre Mutter kommt aus Berlin. Bei Christine Pluess ist der Vater Schweizer und die Mutter Peruanerin. Ihre Gemeinsamkeit besteht aber nicht nur aus dem internationalen Hintergrund. Kennen gelernt haben sich die beiden auf der Esmod-Modeschule in Berlin. 2006 wurde die gemeinsame Marke gegründet. Die „Mongrels“ haben sich mit feinen, luxuriösen Kollektionen einen Namen gemacht. Immer wieder nutzen sie das Lachsleder „Nanai“ mit der Reptilien-Optik. Zunächst als Korsagen für ihre luftig-leichten Chiffon-Kleider und in einer späteren Kollektion auch für Taschen- und Gürtel. Ihre Kleidungsstücke fertigen sie ganz in der Nähe einer Institution des Berliner Nachtlebens. Im Hinterhof des Postfuhramtes, dort wo auch das Rodeo die Nachtschwärmer anzieht und die Prostituierten auf der Oranienburger Straße auf ihre Freier warten, wird gearbeitet und entworfen. Und in der Hauptstadt wird ihre Mode auch produziert. Momentan ist bei den beiden Frauen die Stress-Frequenz sehr hoch. Am Donnerstag werden sie ihre neue Kollektion vorstellen. Nicht im Zelt am Bebelplatz, sondern draußen im Resort, der Sommer-Location des Rodeo.

Kaviar Gauche

Sie wollen so ein richtig puffiges weißes Brautkleid? Mit viel Spitze, megalanger Schleppe und allem Türelü? Dann sind Sie bei den beiden Designerinnen von Kaviar Gauche nur eins: Falsch. Johanna Kühl und Alexandra Fischer-Roehl machen zwar auch Brautmode, aber die ist glamourös und vor allem cool. Kennen gelernt haben sich die beiden Frauen an der Esmod, der Schule für Modedesign, 2004 folgte die Gründung des eigenen Labels. Ihren ersten großen Erfolg feierten sie ganz zeitgemäß mit einem Accessoire. Die Lamellen-Tasche aus gefaltetem Leder gehörte lange zu den It-Bags der Modekenner. Ihre Kollektion umfasst mittlerweile Hosen, Kleider, Oberteile und Gürtel. Besonders im Ausland kam ihre Mode an, aber so langsam kommt auch den Deutschen der Name der beiden leicht über die Lippen, wenn von erstklassiger Mode die Rede ist. Gemeinsam mit der Firma Görtz haben sie vor kurzem eine echt heiße Schuhkollektion entworfen, deren hohe Hacken mit Glitzersteinapplikationen sich auch auf der Düsseldorfer Kö oder dem Hamburger Alsterstieg hervorragend ausführen lassen. Den nächsten Schritt wagten sie mit einem eigenen Laden in der Linienstraße. Der ist nun eröffnet und wartet auf coole Bräute.