Am Dienstagmittag ging der Protest der Intendanten und Dirigenten gegen eine Verringerung des Musikunterrichts in Berliner Schulen in eine neue Runde. Zum Auftakt des Lunch-Konzertes in der Berliner Philharmonie richtete Intendantin Pamela Rosenberg einen Appell an die 1600 Besucher.

In eindringlichen Worten forderte sie Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) auf, die schleichende Verdrängung des Musikunterrichts in den Schulen zu stoppen. „In unseren Augen bedeutet das die Abschaffung von Musik an den Schulen“, sagt Pamela Rosenberg. Dabei sei bekannt, dass Musik die Fähigkeiten für Sprachen und Mathematik fördere. „Die abendländische Kultur wird aussterben, wenn die Musik nicht Teil des Wissens wird, das den Kindern mitgegeben wird“, warnte die Intendantin. Eine Investition in die frühkindliche musikalische Erziehung würde sich zudem mit weniger Gewalt und weniger Gefängnisbauten auszahlen. Ziel sei es, so Frau Rosenberg, mit Bildungssenator Jürgen Zöllner „dezidiert über die Stundentafel zu sprechen und ihn dazu zu bringen, einiges rückgängig zu machen“.

Vor einer Woche hatten Berliner Star-Dirigenten und Opernintendanten – allen voran Sir Simon Rattle und Daniel Barenboim – in einem offenen Brief gegen den Abbau von Schulmusik protestiert.