Im turbulenten Straßenverkehr einer Metropole ist die ältere Generation offenbar viel stärker gefährdet, als bislang bekannt war. Dem jüngsten Unfallbericht der Berliner Polizei zu Folge tragen vor allem Fußgänger im Rentenalter ein extrem hohes Unfallrisiko. Von insgesamt 19 tödlich verletzten Fußgängern im Jahr 2009 waren 18 älter als 64 Jahre. Eine Reihe weiterer Fakten untermauern die Notwendigkeit, dieser bedrohlichen Tendenz entgegenzusteuern. Unfallexperten der Polizei haben das Problem erkannt und setzen auf Vorbeugung.

Am vergangenen Freitag hatte Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch den Bericht zur Verkehrsicherheitslage 2009 vorgestellt. Daraus geht hervor, dass die Senioren für die Verkehrsunfallexperten der Polizei zunehmend als gefährdete Risikogruppe gelten müssen. Die über 64-Jährigen machen derzeit 19,1 Prozent der Bevölkerung aus, also knapp ein Fünftel. Mehr als doppelt so hoch, bei etwa 42 Prozent, lag indes 2009 der Anteil der Senioren bei den getöteten Verkehrsteilnehmern: 20 der insgesamt 48 in Berlin bei Unfällen ums Leben gekommenen Menschen waren älter als 64 Jahre.

Die Unfallbilanz 2009 besagt weiter, dass Senioren auch in der Gruppe der verletzten Fußgänger und Radfahrer mit 31 bzw. 30 Prozent ebenfalls weit überproportional betroffen sind.