Der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), verurteilte Burkas (den ganzen Körper und das Gesicht verhüllende Gewänder) und Nikabs (Gesichtsschleier mit Sehschlitzen) als menschenunwürdige Kleidungsformen. „Ich halte es für menschenunwürdig, Menschen unter einer Textilhülle dem sozialen Raum zu entziehen“, sagte Buschkowsky der Deutschen Presse-Agentur.

Der Ganzkörperschleier stehe für den totalen Besitzanspruch des Mannes über die Frau und für Fanatismus. „Ein Fanatiker ist einer, der sagt, meine Frau darf nicht unverhüllt zum Bäcker gehen.“ Auch in Neukölln mit seinen zahlreichen Einwandererfamilien gebe es völlig verschleierte Frauen.

Von einem Verbot von Burka und Nikab hält der SPD-Politiker allerdings nichts. „Man muss so etwas gesellschaftlich ächten, ein Verbot hat mit unserem Freiheitsbegriff nichts zu tun.“ Niemand dürfe von seinen demokratischen Rechten ausgeschlossen werden. „Zu Ende gedacht hieße das doch: Sie dürfen nicht in ein Wahllokal und auch nicht in ein Standesamt.“ Träger von Burka oder Nikab dürften allerdings nicht in den Staatsdienst aufgenommen werden, sagte Buschkowsky.

dpa/mim