"Da klingt zusammen, was zusammen gehört", singen die drei Well-Brüder im feinsten Bayrisch und mit einem verschmitzten Seitenblick zu den Toten Hosen. Die kontern gesanglich hübsch volkstümlich angehaucht mit "Wir sind hier, um uns zu entschuldigen." Was nicht ganz der Wahrheit entspricht, denn die Fünf sehen definitiv anders aus als sonst. Partiell krachledernd.

Die rheinischen Punkrocker und die bayrischen Mundart-Anarchos haben sich gegenseitig assimiliert. Kabarett-Star Gerhard Polt hingegen ist ganz bei sich in seinen freundlich-hintersinnigen Alltagsbetrachtungen. Er weiß, wie "körnerfressende Minderheiten" mit Bildern von madenzerfressenem Fleisch die Mehrheit terrorisieren und traumatisieren. Aber nicht mit ihm. Er lässt sich sein Schnitzel nicht vermiesen. Räsoniert lieber. Aber man darf ja heutzutage nichts mehr sagen. Nur so viel: "Der innere Feind kommt meistens von außen."

Berlin: Toten Hosen mit neustem Streich "Forever"

Die Toten Hosen, Gerhard Polt und die Well-Brüder haben schon einige umjubelte Tourneen gemeinsam absolviert. Jetzt reisen sie mit ihrem neusten Streich "Forever. Eine kulturelle Aneignung Zumutung“ durch die deutschsprachigen Lande und haben im ausverkauften Admiralspalast begeistert.

Eine ungewöhnliche Konstellation, bei der Rock’n‘Roll auf Volksmusik trifft. Es dauert nur eine Viertelstunde. Dann stehlen alle bei "Laune der Natur" auf und singen lauthals mit. Fühlt sich an wie ein Hosen-Konzert. Könnte aber auch daran liegen, dass Campino vorher in die ersten Reihen gesprungen ist, sich drohend aufgebaut und erklärt hat, was passiert, wenn nicht jeder einzelne mitmacht. Eine Ansprache, die funktioniert. Sogar bei Bundespräsident Steinmeier und seine Frau, die beide im Publikum sitzen.

Toten Hosen in Berlin spielen Megahit "Forever Young"

Die Toten Hosen gibt es dabei unplugged. Sie beherrschen jetzt allerdings noch einige folkloristische Instrumente. Wie den bayrischen Brummtopf. Und Campino macht mit Gerhard Polt Kabarett. Veralbert Alpen-Touristen. Die Well Brüder indes machen Werbung für ihr Dorf. Ein touristischer Hotspot. Mozart soll mal durchgefahren und währenddesseni ein kurzes Divertimento komponiert haben. Was selbstredend aufgeführt wird. Das Oktett mit Campino und dem virtuosen Stofferl Well an der Trompete, verschmilzt dabei Klassik mit Blasmusik. Und die Toten Hosen tanzen dazu Menuett.

Gemeinsam eignen sie sich außerdem Alphavilles Megahit "Forever Young" an. Rockbeats mit Harfenklängen. Ein gelungener Clash der Kulturen. Der Saal steht. Und schmettert unisono: "Forever Punk".