Demonstration

Polizei geht gegen Aktivisten am Google Campus vor

Die Demonstranten wollen den geplanten Campus verhindern und so gegen explodierende Mieten vorgehen.

Foto: Christian Ditsch

Berlin. Der Google Campus wurde seit dem frühen Nachmittag von Aktivisten besetzt. Laut Polizei sollen 50 Personen vor Ort gewesen sein.

"Wir haben heute das Umspannwerk in Kreuzberg besetzt, um den dort geplanten Google Campus zu verhindern, damit gegen die explodierenden Mieten vorzugehen und den Ort für etwas Besseres zu öffnen", teilten die Aktivisten mit. Und weiter: "(...) Neue Tech-Unternehmen treiben die Mieten in der Gegend in die Höhe. Wo das endet, kann man in San Francisco beobachten, das mal eine halbwegs lebenswerte Stadt gewesen sein soll."

Folgende Forderung stellten die Demonstranten: "Wir erwarten die Bekanntgabe aus der Konzernspitze, dass sich Google unverzüglich und unwiderruflich aus dem Kreuzberger Umspannwerk zurückziehen wird."

Außerdem haben die Aktivisten um 18 Uhr eine Kiezversammlung einberufen, um das weitere Vorgehen und die sinnvolle Nutzung der Räumlichkeiten zu besprechen.

Zudem soll die Homepage Google Campus gehackt worden sein.

Um 15.18 Uhr griff die Polizei ein und räumte das Gebäude. Vor dem Umspannwerk herrschte unter Passanten und Schaulustigen Unklarheit über den Fortgang. Über Twitter sendeten Sympathisanten der Besetzung Bilder aus den unfertigen Räumen des Campusgebäudes.

Gerüchteweise gab es vier Festnahmen. Die Betroffenen sollen sich noch in den zahlreichen Polizeibussen zur Aufnahme der Personalien befinden. Über etwaige Verletzungen heißt es, ein Mitarbeiter der Security des Hauses sei bei einem Gerangel an der Tür an der Hand verletzt worden.

Insgesamt herrschte gegen 16 Uhr wieder Ruhe vor dem roten Klinkerbau. Fahrzeuge der Polizei und Beamte sicherten in lockerer Kette das Gebäude. Die Polizei kündigte vor Ort einen baldigen Bericht über den Hergang an.

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