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Kolumne

Geht raus und pflanzt was!

Alle Neuigkeiten zu den Stadtgärten und Tipps fürs eigene Beet gibt es einmal monatlich hier, in der "Pflanz was!"-Kolumne.

Kolumne Juli

Hingucker im Beet: Zweijährige Sommerblumen

Wären sie nicht so absolut überzeugend schön, man würde den Aufwand vielleicht scheuen. Die zweijährigen Sommerblumen brauchen anfangs etwas Zuwendung – und im Beet ein wenig Zeit. Doch sie belohnen den Einsatz mit hinreißender Farben- und Blütenpracht. Vergissmeinnicht, Stiefmütterchen und Goldlack gehören dazu, auch Tausendschönchen, Bartnelken und Stockrosen, Fingerhut, Nacht- und Königskerzen. Zweijährig nennt man sie, weil sie im Sommer ausgesät werden und erste Blätter bilden, aber erst im Folgejahr, also im zweiten Lebensjahr, blühen.

Gesät wird auf ein gesondertes Beet oder in Aussaatgefäße. Das ist durchaus etwas heikel: Gleichmäßig feucht soll es sein – bei großer Hitze hilft vorrübergehendes Abdecken. Und will man verreisen, bleibt zu hoffen, dass der gießende Nachbar ein liebevolles Händchen für die kleinen Keimlinge hat ... Vielleicht nimmt er sie in Schalen und Töpfen mit zu sich in Pflege, um immer ein Auge auf sie zu haben? Im Spätsommer setzt man die Jungpflanzen schließlich an ihren endgültigen Standort, wo sie unbeeindruckt von Schnee und Frost überwintern. Achtung Ausnahme: Stockrosen werden gleich an Ort und Stelle gesät – verpflanzt werden mögen sie gar nicht.

Im kommenden Jahr laufen die Zweijährigen dann zu Höchstform auf und schmücken das Blumen-Beet genau dann, wenn Zwiebelblumen und frühblühende Stauden durch sind, die Einjährigen aber noch ein bisschen Zeit brauchen.

Übrigens: Später revanchieren sich viele Zweijährige und nehmen einem die Arbeit komplett ab. Wenn man sie lässt und sie sich an ihrem Standort wohlfühlen, säen sie sich immer wieder selber aus.


Kolumne Juni

Endspurt im Gemüsebeet

Die Nachbarn ernten schon wieder ihre ersten Salatblätter und Radieschen und bei euch liegen die Samentüten noch immer ungeöffnet in der Schublade? Macht nichts, jetzt ist für Startschuss für Kurzstreckenläufer.

Auch wer – wieder einmal – den Frühstart in die Selbstversorger-Saison verpasst hat, kann noch Boden gut machen. Turbo-Gemüse und Sprinter-Grünzeug schaffen den Zieleinlauf mit ein bisschen Extra-Pflege auch noch in letzter Minute.

Warm aber nicht zu heiß, feucht aber nicht zu nass und schon gar nicht zu trocken – optimale Keimbedingungen für die Aussaat sind jetzt besonders wichtig. Also: Regelmäßig gießen. Eine Abdeckung aus Mulchvlies verhindert zu schnelles Austrocknen. Rechtzeitig ans Aufdecken denken: Sobald die Keimlinge zu sehen sind, brauchen sie Licht und Luft. Salatsamen lieben es etwas kühler – versucht es mal am Kellerfenster.

Säen bis in den Herbst

Alle Pflück- und Asia-Salate und auch Rukola sind bestens geeignet. Bis in den September hinein kann man sie immer wieder neu aussäen und schon nach vier bis sechs Wochen die ersten Blätter naschen. Auch die guten alten Radieschen brauchen kaum länger. Etwas gemütlicher geht es der Blattmangold an. Bis Ende Juni ausgesät, ist er Ende August reif für Topf und Teller. Und ab Ende Juli kann man dann schon wieder mit Spinat loslegen.

Mairüben, Rote Bete, Kohlrabi – die flotten Rübchen sind als Winzlinge besonders zart und aromatisch. Man sät sie dichter als auf der Samenpackung angegeben und erntet sie schon, wenn sie so groß sind wie Tischtennisbälle – erstmal nur jede zweite Pflanze. Die anderen dürfen noch ein bisschen weiterwachsen.


Kolumne Mai

Kartoffeln aus eigenem Anbau

Sie können lang sein oder rund, dick oder dünn, quittegelb, violett oder fast weiß: Kartoffeln gibt es in mehr als 100 Sorten. Im Garten gedeihen sie in fast jedem Boden, den sie nebenbei auch noch feinkrümelig hinterlassen. Und auf dem Balkon sind sie auch mit einem großen Kübel oder Sack zufrieden. Reissäcke sind besonders gut geeignet: Sie sind lebensmittelecht und wasser- und luftdurchlässig.

Vorkeimen – einpflanzen – anhäufeln: So wird’s gemacht

Zuerst etwa eiergroße Kartoffeln an einem hellen warmen Ort keimen lassen. Das geht gut in leeren Eierkartons. Haben sich Triebe gebildet, geht es auf den Balkon (oder Hinterhof): Jetzt Kübel oder Sack circa 20-30 cm hoch mit Erde füllen und je eine Kartoffel mit den Trieben nach oben versenken. Die Ränder des Sacks herunterkrempeln. Im Garten wählt man ein Beet, auf dem mindestens drei Jahre lang keine Kartoffeln "gewohnt" haben – das garantiert ihnen genügend Nährstoffe und schützt sie vor Krankheitserregern oder Schädlingen, die noch vom letzten Mal im Boden lauern könnten. Dort legt man sie mit ca. 30 cm Abstand in Furchen und bedeckt sie mit Erde.

Wenn die Pflanzen 20 cm aus der Erde ragen den Rand des Sacks hochrollen und neues Substrat um die Stängel bis zu den ersten Blättern nachfüllen. Das wiederholt man in den nächsten Wochen mehrmals bis der Sack oder Kübel voll ist. Auf dem Beet häufelt man die Erde immer wieder an, indem man sie von den Seiten an die Pflanze heranzieht. Ganz schön recken müssen sich die Pflanzen dabei. Später schützt die zusätzliche Erde die neuen Knollen vor Licht – sie würden sonst grün und ungenießbar werden. Geerntet wird im Herbst, wenn die Blätter verwelkt sind.


Kolume April

Ärmel hoch, der Frühling kommt!

Endlich ist der Frühling da. Nun aber die Gartenschürze umgebunden und ab ins Beet! Es gibt alle Hände voll zu tun.

Wenn die Forsythien blühen, ist noch Zeit für den Rosenschnitt. Auch Schmetterlingsstrauch, Lorbeerkirsche oder Clematis, die später im Sommer blühen, werden jetzt gestutzt.

Eine kleine Kur braucht der Rasen: Letztes Laub zusammenrechen, Moos und Grasreste entfernen, bei Bedarf vertikutieren, düngen, kahle Stellen neu einsäen.

Die überwinterten Balkon- und Kübelpflanzen lechzen nach frischer Erde, Luft und Licht. Sie werden jetzt umgetopft und bei Bedarf zurückgeschnitten. Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai dürfen die empfindlichen Pflanzen nur auf Bewährung raus und sollten nicht gleich in die pralle Sonne. Im Halbschatten können sie sich entspannt akklimatisieren. In zu kalten Nächten dürfen sie nochmal ins Haus. Dahlien lassen sich beispielsweise in Töpfen vortreiben. Das verschafft ihnen einen Vorsprung gegen hungrige Schnecken. Wer torffreie Substrate wählt, schont die Moore – sie speichern außerdem Kohlendioxid und tragen somit zu einem besseren Klima bei.

Viele Sommerblumen und Kräuter können jetzt direkt an Ort und Stelle gesät werden: Die Ringelblumen, Malven, Kornblumen, Jungfer im Grünen, Kapuzinerkresse, Borretsch, Dill, Petersilie, Schnittlauch – die Auswahl ist unendlich. Und auch für Stauden ist jetzt beste Pflanzzeit. Wer Bienen, Hummeln und anderen Insekten etwas Gutes tun möchte, entscheidet sich bei der Auswahl von Blühpflanzen für Sorten mit einfachen, ungefüllten Blüten – gefüllte Blüten haben oft keinen Nektar und keine Pollen und sind damit für die fleißigen Bestäuber wertlos.

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