In schlimmen Zeiten ist das mal eine gute Nachricht: Junge Menschen haben zumindest in Berlin hervorragende Chancen – zumindest dann, wenn sie motiviert und arbeitswillig sind.
Nicht nur Unternehmen suchen inzwischen händeringend nach den Talenten von morgen und haben erkannt, dass sie nicht nur die mit den allerbesten Noten und dem allersichersten Auftraten nehmen können. Auch die öffentliche Verwaltung hat begonnen, in großem Umfang Nachwuchskräfte zu rekrutieren und auszubilden.
Diesen Kurs wird vor allem das Land Berlin in den nächsten Jahren fortsetzen und intensivieren müssen, denn die Behörden der Hauptstadt sind in Folge des langjährigen Einstellungsstopps noch stärker überaltert als anderswo in Deutschland. Spät, wenn nicht zu spät, hat der Senat das sich lange abzeichnende Problem erkannt und tut, was er schon lange hätte starten müssen.
Für die potenziellen Mitarbeiter ist das jedenfalls gut. Wer Polizistin, Lehrer, Verwaltungskraft oder Erzieher werden möchte, kann heutzutage praktisch mit einer Jobgarantie rechnen. Und auch für Akademiker dürfte es zunehmend eine Überlegung wert sein, sich als Jurist, Wirtschaftsfachmann oder IT-Spezialistin in den öffentlichen Dienst zu begeben.
Jobgarantie, geregelte Arbeitszeiten, soziale Absicherung und für Beamte noch eine ordentliche Pension zum Ende des Berufslebens: Angesichts der sich immer schneller wandelnden und flexiblen Arbeitswelt zwischen Projekten, Scheinselbstständigkeit und Kurzfrist-Verträgen kann eine Stelle beim Staat durchaus attraktiv sein.
Und es sage niemand, in der Verwaltung sei nur dröges Zeug zu erledigen. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern ist ja offenbar so groß, dass vielfach nur hoch bezahlte und hochtalentierte Berater für tauglich befunden werden, Probleme zu lösen. Um dieses Phänomen zurückzudrängen, muss die Qualität des öffentlichen Dienstes verbessert werden. Der anstehende Generationswechsel bietet dazu die Gelegenheit.

![Der Finanzsenator von Berlin, Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), spricht am 11.08.2015 in der Hauptstadt mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur. Foto: Kay Nietfeld/dpa (zu dpa Interview vom 12.08.2015) [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ] Der Finanzsenator von Berlin, Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), spricht am 11.08.2015 in der Hauptstadt mit Journalisten der Deutschen Presse-Agentur. Foto: Kay Nietfeld/dpa (zu dpa Interview vom 12.08.2015) [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit, usage worldwide ]](https://img.sparknews.funkemedien.de/206879945/206879945_1458658917_v16_9_1200.jpeg)

