Die Gewalt von Straftätern nimmt zu, Polizisten stehen im Einsatz häufig rücksichtslos handelnden Kriminellen gegenüber. Um sich gegen Angriffe zu wehren, können sie zu Schlagstock, Pfefferspray oder zur Pistole greifen. Während die einfachen Mittel oft nicht ausreichend wirken, hat ein Schuss schwerwiegende oder sogar tödliche Folgen. Erst im vergangenen Jahr ist in Berlin ein Islamist, der Beamte mit einem Messer angriff, erschossen worden. Die Berliner CDU will nun alle Polizisten mit einer weiteren Waffe ausrüsten.
Die Elektroschockpistole, auch Distanz-Elektroimpulswaffe oder kurz Taser genannt, soll die Lücke zwischen Schlagstock und Pistole schließen. Taser verschießen spitze Projektile auf einen Angreifer. Sie sind elektrisch geladen und machen eine gefährliche Person für einige Sekunden bewegungsunfähig. Zeit genug, um den Betreffenden anschließend zu überwältigen. In anderen Ländern kommen die Geräte bereits flächendeckend zum Einsatz. Auch in Deutschland sind schon Polizisten damit ausgerüstet, allerdings nur Beamte von Spezialeinsatzkommandos.
Gerade in Großstädten sind Polizisten häufig mit unberechenbaren Angreifern konfrontiert. Auch psychisch Kranke oder im Drogenwahn handelnde Menschen sind unter Umständen kaum zu stoppen. Können Beamte nicht schießen, weil etwa Unbeteiligte in der Nähe gefährdet würden, bleibt ihnen nur die direkte körperliche Auseinandersetzung mit einem Gewalttäter.
Taser können die Gefahren für Polizisten erheblich vermindern. Das zeigen die Einsatzerfahrungen. Die gesundheitlichen Risiken für die Angreifer sind ebenfalls überschaubar. Eine Art Wunderwaffe im täglichen Dienst sind die Elektroschocker sicher nicht. Kritiker merken zu Recht an, dass die Geräte viel Training erfordern, weil die Pfeile nur ein Mal abgefeuert werden können und dann auch das Ziel treffen müssen.
Sonst bleibt nicht mehr genug Zeit, die Pistole zu ziehen. Die Ausrüstung aller Berliner Polizisten scheitert vorerst ohnehin am Geld. Doch eine Anschaffung für Beamte an besonders gefährlichen Punkten wie dem Kottbusser Tor sollte ernsthaft geprüft werden.


