Wirklich brenzlig war es in diesem Jahr nur am Ende der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ in Friedrichshain. Die Polizei sperrte die Warschauer Brücke und die Seitenstraßen ab. Zurück ging es nur über das Frankfurter Tor. Diesen Stau nutzte die Polizei, um mit Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) gezielt mutmaßliche Straftäter aus der Menge der Demonstranten zu holen. Diese Taktik hat Berlin über die Jahre perfektioniert. Bei den Demonstrationen selbst kommt es indes kaum noch zu Ausschreitungen.

Auch der 1. Mai 2019 ist damit weitgehend störungsfrei verlaufen und zählt schon jetzt zu den friedlichsten Demonstrationen seit Beginn der Proteste im Jahr 1987. Laut vorläufiger Statistik der Polizei wurden insgesamt 153 Menschen überprüft, 44 von ihnen wurden letztlich auch vorläufig festgenommen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) machte diese Unterscheidung nicht und sprach in ihrer Pressemitteilung von mehr als 150 Festnahmen. 39 Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, drei Beamte konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es 21 verletzte Polizisten und 103 Festnahmen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik sagte am späten Mittwochabend: „Die Gesamtbilanz ist eine gute, die Strategie ist voll aufgegangen aus unserer Sicht. Wir haben weitgehend friedliche Demonstrationen gesehen.“

Die besten Bilder vom 1. Mai in Berlin

Friedrichshain: Vermummte Teilnehmer an der Spitze des Demonstrationszugs.
Friedrichshain: Vermummte Teilnehmer an der Spitze des Demonstrationszugs.© Reuters
Friedrichshain: Die Feuerwehr löscht Reste eines  Feuers an der Liebigstraße. Dort brannten Mülltonnen auf der Fahrbahn.
Friedrichshain: Die Feuerwehr löscht Reste eines Feuers an der Liebigstraße. Dort brannten Mülltonnen auf der Fahrbahn.© Joachim Fahrun | Joachim Fahrun
Friedrichshain: Polizisten und Demonstranten stehen sich an der Warschauer Straße gegenüber.
Friedrichshain: Polizisten und Demonstranten stehen sich an der Warschauer Straße gegenüber.© Reuters
Friedrichshain: Polizisten halten einen Teilnehmer der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" fest.
Friedrichshain: Polizisten halten einen Teilnehmer der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" fest.© dpa
Friedrichshain: Ein Demonstrant wird von Beamten in Gewahrsam genommen.
Friedrichshain: Ein Demonstrant wird von Beamten in Gewahrsam genommen.© Reuters
Friedrichshain: Gerangel zwischen Demonstranten und Polizisten.
Friedrichshain: Gerangel zwischen Demonstranten und Polizisten.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Gerangel am Endpunkt der 18-Uhr-Demo an der Warschauer Ecke Revaler Straße.
Friedrichshain: Gerangel am Endpunkt der 18-Uhr-Demo an der Warschauer Ecke Revaler Straße.© Thomas Peise
Friedrichshain: Eine Demonstrantin wird von Polizeibeamten abgeführt.
Friedrichshain: Eine Demonstrantin wird von Polizeibeamten abgeführt.© Reuters
Friedrichshain: Polizisten bei der Festnahme eines Demonstranten.
Friedrichshain: Polizisten bei der Festnahme eines Demonstranten.© Thomas Peise
Friedrichshain: Die Demonstration kommt am Ende der Route, Warschauer Ecke Revaler Straße, an.
Friedrichshain: Die Demonstration kommt am Ende der Route, Warschauer Ecke Revaler Straße, an.© Thomas Peise
Friedrichshain: Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) räumen auf am Wismarplatz.
Friedrichshain: Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) räumen auf am Wismarplatz.© Joachim Fahrun
Friedrichshain: Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten.
Friedrichshain: Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizisten.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Vermummte zünden auf einem Balkon an der Rigaer Straße Pyrotechnik.
Friedrichshain: Vermummte zünden auf einem Balkon an der Rigaer Straße Pyrotechnik.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Ein Vermummter zeigt sich am Fenster einer Wohnung an der Rigaer Straße.
Friedrichshain: Ein Vermummter zeigt sich am Fenster einer Wohnung an der Rigaer Straße.© dpa
Friedrichshain: Polizisten sperren an der Kreuzung Rigaer Ecke Waldeyerstraße den Zugang.
Friedrichshain: Polizisten sperren an der Kreuzung Rigaer Ecke Waldeyerstraße den Zugang.© Alexander Dinger
Friedrichshain: Die Spitze des Zugs an der Samariterstraße.
Friedrichshain: Die Spitze des Zugs an der Samariterstraße.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Die Demonstration vor den teilbesetzten Häusern an der Rigaer Straße.
Friedrichshain: Die Demonstration vor den teilbesetzten Häusern an der Rigaer Straße.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Die Polizei führt die Demonstration weit um die kritische Baustelle an der Rigaer herum.
Friedrichshain: Die Polizei führt die Demonstration weit um die kritische Baustelle an der Rigaer herum.© Joachim Fahrun
Friedrichshain: Polizisten begleiten die Demonstration.
Friedrichshain: Polizisten begleiten die Demonstration.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Die Demonstration an der Frankfurter Allee Ecke Waldeyerstraße
Friedrichshain: Die Demonstration an der Frankfurter Allee Ecke Waldeyerstraße© Alexander Dinger
Friedrichshain: Polizisten und Demonstranten auf der Frankfurter Allee.
Friedrichshain: Polizisten und Demonstranten auf der Frankfurter Allee.© Reuters
Friedrichshain: Teilnehmer der Demonstration zünden Nebeltöpfe.
Friedrichshain: Teilnehmer der Demonstration zünden Nebeltöpfe.© Alexander Dinger
Friedrichshain: Vermummte Demonstranten bei der sogenannten 18-Uhr-Demo.
Friedrichshain: Vermummte Demonstranten bei der sogenannten 18-Uhr-Demo.© dpa
Friedrichshain: Die Spitze des Demonstrationszugs, der gegen 19.15 Uhr am Wismarplatz startete.
Friedrichshain: Die Spitze des Demonstrationszugs, der gegen 19.15 Uhr am Wismarplatz startete.© Reto Klar
Friedrichshain: Der sogenannte Schwarze Block beim Start der Demonstration am Wismarplatz.
Friedrichshain: Der sogenannte Schwarze Block beim Start der Demonstration am Wismarplatz.© Ulrich Kraetzer | Ulrich Kraetzer
Friedrichshain: Entlang der Demo-Route werden Bengalos gezündet.
Friedrichshain: Entlang der Demo-Route werden Bengalos gezündet.© Thomas Peise
Friedrichshain: Polizisten stehen bei der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" bereit.
Friedrichshain: Polizisten stehen bei der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" bereit. © dpa
Friedrichshain: Die "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" startet am Wismarplatz.
Friedrichshain: Die "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" startet am Wismarplatz.© Thomas Peise
Friedrichshain: Polizisten begleiten die Demo, die
Friedrichshain: Polizisten begleiten die Demo, die © Thomas Peise
Friedrichshain: Polizisten eskortieren Teilnehmer der 18-Uhr-Demonstration über die Oberbaumbrücke von Kreuzberg nach Friedrichshain.
Friedrichshain: Polizisten eskortieren Teilnehmer der 18-Uhr-Demonstration über die Oberbaumbrücke von Kreuzberg nach Friedrichshain.© Reuters
Friedrichshain: Teilnehmer der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" brennen Feuerwerk ab.
Friedrichshain: Teilnehmer der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" brennen Feuerwerk ab.© dpa
Friedrichshain: Polizisten gehen vor dem Start der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" eine Straße entlang.
Friedrichshain: Polizisten gehen vor dem Start der linksradikalen "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" eine Straße entlang.© dpa
Friedrichshain: Vor Beginn der Demonstration sammeln sich die Teilnehmer am Wismarplatz.
Friedrichshain: Vor Beginn der Demonstration sammeln sich die Teilnehmer am Wismarplatz.© dpa
Kreuzberg: Blick auf die rappelvolle Oranienstraße am Mittwochnachmittag. Dort findet am 1. Mai das MyFest statt.
Kreuzberg: Blick auf die rappelvolle Oranienstraße am Mittwochnachmittag. Dort findet am 1. Mai das MyFest statt.
Kreuzberg: Beste Stimmung beim MyFest.
Kreuzberg: Beste Stimmung beim MyFest.© Sergej Glanze
Kreuzberg: Auf dem MyFest gibt's den Schnaps direkt in den Mund.
Kreuzberg: Auf dem MyFest gibt's den Schnaps direkt in den Mund.© Reto Klar
Kreuzberg: Beim MyFest auf der  Oranienstraße wird ausgelassen getanzt.
Kreuzberg: Beim MyFest auf der Oranienstraße wird ausgelassen getanzt.© Sergej Glanze
Friedrichshain: Mehrere Demonstrationsteilnehmer werden am Wismarplatz kontrolliert.
Friedrichshain: Mehrere Demonstrationsteilnehmer werden am Wismarplatz kontrolliert.© Thomas Peise
Kreuzberg: Ein Musiker vor dem SO36 an der Oranienstraße.
Kreuzberg: Ein Musiker vor dem SO36 an der Oranienstraße.© Sergej Glanze
Kreuzberg: Ein skatender Hund beim MyFest auf der Oranienstraße.
Kreuzberg: Ein skatender Hund beim MyFest auf der Oranienstraße.© Sergej Glanze
Kreuzberg: Straßenverkäufer servieren an ihren Ständen auf dem MyFest diverse Gerichte.
Kreuzberg: Straßenverkäufer servieren an ihren Ständen auf dem MyFest diverse Gerichte. © dpa | Monika Skolimowska
Kreuzberg: Straßenkünstler DJuggeldy tritt auf dem Myfest auf.
Kreuzberg: Straßenkünstler DJuggeldy tritt auf dem Myfest auf.
Kreuzberg/Friedrichshain: Die sogenannte Zubringerdemo zieht gut begleitet von Kreuzberg über die Warschauer Brücke nach Friedrichshain und biegt in die Revaler Straße ein.
Kreuzberg/Friedrichshain: Die sogenannte Zubringerdemo zieht gut begleitet von Kreuzberg über die Warschauer Brücke nach Friedrichshain und biegt in die Revaler Straße ein.© Joachim Fahrun
Kreuzberg/Friedrichshain: Das MyFest ist weit weg - doch die Straßenparty reicht bis zur Oberbaumbrücke, wo Trommler dem bunt gemischten Publikum einheizen.
Kreuzberg/Friedrichshain: Das MyFest ist weit weg - doch die Straßenparty reicht bis zur Oberbaumbrücke, wo Trommler dem bunt gemischten Publikum einheizen.© Ulrich Kraetzer
Pankow: Polizisten sichern das AfD-Bürgerfest.
Pankow: Polizisten sichern das AfD-Bürgerfest.© dpa
Grunewald: Teilnehmer haben sich als Gespenster verkleidet.
Grunewald: Teilnehmer haben sich als Gespenster verkleidet.© dpa
Kreuzberg: Entspannte Stimmung auf dem MyFest.
Kreuzberg: Entspannte Stimmung auf dem MyFest.© Sergej Glanze
Grunewald: Polizeibeamte  sichern eine Villa.
Grunewald: Polizeibeamte sichern eine Villa. © dpa
Grunewald: Demonstrieren oder Chillen? Die Demo hat am Johannaplatz Stopp gemacht und das lädt ein Großteil der Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, dazu ein, sich auf der Wiese in der Sonne zu tummeln.
Grunewald: Demonstrieren oder Chillen? Die Demo hat am Johannaplatz Stopp gemacht und das lädt ein Großteil der Teilnehmer, darunter viele Familien mit Kindern, dazu ein, sich auf der Wiese in der Sonne zu tummeln. © Erik Baumgärtel
Grunewald: Noch alles ruhig am S-Bahnhof. Die "Hedonistische Internationale" hat wieder zu Protest gegen Gentrifizierung aufgerufen.
Grunewald: Noch alles ruhig am S-Bahnhof. Die "Hedonistische Internationale" hat wieder zu Protest gegen Gentrifizierung aufgerufen.© Christian Latz
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.© Reuters
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.© Reuters
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.© Reuters
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.
Grunewald: Teilnehmer der "MyGruni"-Demo.© Reuters
Neukölln: Demonstranten des sogenannten "Jugendwiderstand" .
Neukölln: Demonstranten des sogenannten "Jugendwiderstand" .© Alexander Dinger
Pankow: Am S-Bahnhof Blankenburg sammeln sich Gegendemonstranten zum AfD-Fest.
Pankow: Am S-Bahnhof Blankenburg sammeln sich Gegendemonstranten zum AfD-Fest.© Thomas Schubert
Pankow: Auf dem Vorplatz des Bahnhofs Blankenburg versammeln sich Demonstrationsteilnehmer mit Vertretern der Linkspartei und der Antifa zum Abmarsch.
Pankow: Auf dem Vorplatz des Bahnhofs Blankenburg versammeln sich Demonstrationsteilnehmer mit Vertretern der Linkspartei und der Antifa zum Abmarsch.© Thomas Schubert
Pankow: Blick auf das AfD-Fest.
Pankow: Blick auf das AfD-Fest.© Thomas Schubert
Pankow: Der Demonstrationszug gegen das AfD-Bürgerfest zieht durch Alt-Blankenburg.
Pankow: Der Demonstrationszug gegen das AfD-Bürgerfest zieht durch Alt-Blankenburg. © BM/Thomas Schubert | BM/Thomas Schubert
Pankow: Demonstranten, die sich als Clowns verkleidet haben, protestieren gegen ein Fest der AfD.
Pankow: Demonstranten, die sich als Clowns verkleidet haben, protestieren gegen ein Fest der AfD.
Wedding am Abend des 30. April: Die Polizei zeigte in der Walpurgisnacht am Leopoldplatz Präsenz.
Wedding am Abend des 30. April: Die Polizei zeigte in der Walpurgisnacht am Leopoldplatz Präsenz.© Thomas Peise | Thomas Peise
Wedding am Abend des 30. April: Die Berliner Polizei war mit einem großen Aufgebot in  vertreten.
Wedding am Abend des 30. April: Die Berliner Polizei war mit einem großen Aufgebot in vertreten.© Thomas Peise | Thomas Peise
Wedding am Abend des 30. April: Beamte der Berliner Polizei bauen am Leopoldplatz in  Absperrgitter auf.
Wedding am Abend des 30. April: Beamte der Berliner Polizei bauen am Leopoldplatz in Absperrgitter auf.© Thomas Peise | Thomas Peise
Grunewald: Für die Verpflegung bei der Demonstration  ist gesorgt!
Grunewald: Für die Verpflegung bei der Demonstration ist gesorgt!© Erik Baumgärtel
Grunewald: Mit einer Verspätung startete die Demonstration .
Grunewald: Mit einer Verspätung startete die Demonstration .© Christian Latz
Kreuzberg: Gute Stimmung an der Mariannenstraße.
Kreuzberg: Gute Stimmung an der Mariannenstraße.© Sergej Glanze
Grunewald: Ein Teilnehmer bei der Demonstration.
Grunewald: Ein Teilnehmer bei der Demonstration.© Reto Klar

1. Mai in Berlin: Großteil der Festnahmen an der Warschauer Brücke

Allein bei der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ in Friedrichshain wurden 92 Menschen überprüft und schließlich 39 Demonstranten vorübergehend festgenommen. Eingeleitet wurden insgesamt 85 Strafermittlungsverfahren, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, Widerstandes und tätlichen Angriffes auf Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung.

In der Polizeimitteilung hieß es: „Kaum liefen die Personen los, vermummten sich einige und brannten Feuerwerkskörper ab. Im vorderen Bereich herrschte eine aggressive und polizeifeindliche Stimmung. Im Verlauf der Aufzugsstrecke wurden sowohl aus dem Demonstrationszug heraus, als auch von außen Einsatzkräfte mit Flaschen und brennenden Feuerwerkskörpern beworfen. Ein Unbeteiligter wurde hierbei von einer Flasche getroffen und musste von Einsatzkräften erstversorgt werden.“

Nach der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ in Friedrichshain: Einsatzkräfte löschen brennende Mülltonnen an der Rigaer Straße.
Nach der „Revolutionären 1. Mai-Demonstration“ in Friedrichshain: Einsatzkräfte löschen brennende Mülltonnen an der Rigaer Straße.© RubyImages/M. Golejewski

Demonstration in Grunewald am 1. Mai: 13 Ermittlungsverfahren

Die anderen Veranstaltungen in Berlin verliefen laut Polizei nahezu störungsfrei. Bei der Demonstration in Grunewald wurden 19 Teilnehmer von den Beamten überprüft und 13 Ermittlungsverfahren eingeleitet – unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Sachbeschädigung. Zwei Personen wurden von den Einsatzkräften kontrolliert, die Wahlplakate mit Bolzenschneider entfernt hatten.

Bei Gegenprotesten zu einem AfD-Bürgerfest in Alt-Blankenburg mit mehreren Hundert Teilnehmern versuchten einige Personen, auf das Fest zu gelangen. Beamte mussten Teilnehmer der Protestveranstaltung mehrmals abdrängen. Dabei wurde eine Person wegen des Verdachts der Körperverletzung vorübergehend festgenommen. Das MyFest in Kreuzberg mit Zehntausenden Besuchern verlief laut Polizei „ohne Störungen“.

Gewerkschaft der Polizei: Verlauf der Demonstrationen eher kritisch

Etwas kritischer beurteilte die GdP den Verlauf der Demonstrationen. Polizisten seien am Ende der Demonstration in Friedrichshain „massiv provoziert, beleidigt, körperlich angegriffen sowie mit Flaschen, Böllern und auch gezielt mit Steinen beworfen werden“, teilte GdP-Landeschef Norbert Cioma am Donnerstag mit.

Cioma nannte das Verhalten der gewalttätigen Demonstranten „armselig und menschenverachtend“. Speziell in den Abendstunden habe es „teilweise schwerste Straftaten sowie lautstark propagierte Sympathien bei Angriffen“ auf die Polizei gegeben. Das zeige, „dass wir als Gesellschaft noch ein paar Schritte vor uns haben, um wirklich von einem friedlichen 1. Mai zu sprechen“.

Innensenator Geisel lobt Berliner Polizei für ihre Strategie

Innensenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich indes zufrieden mit dem Verlauf. „Verantwortlich dafür war die hervorragende Arbeit der Polizei, deren Strategie zu 100 Prozent aufgegangen ist.“ Dennoch seien auch wieder Polizisten verletzt worden. Dies sei nicht hinnehmbar.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Burkard Dregger, der sich die Demonstration in einem „Danke Polizei“-Shirt anschaute, sagte: „Auch wenn die meisten Demonstrationsteilnehmer friedlich waren, so kann die leider immer noch viel zu hohe Zahl an Festnahmen und verletzten Einsatzkräften durch Stein- und Flaschenwürfe niemanden zufriedenstellen.“ Dregger forderte harte Strafen für die Gewalttäter.