Steuer 2017

So rechnen Sie Kosten für Ärzte und Pflege ab

Wer 2017 besondere Ausgaben hatte, etwa für Medikamente oder den Unterhalt bedürftiger Personen, kann diese Belastungen verrechnen.

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Die Aufwendungen trägt man auf Seite 3 des Hauptformulars ein. Dabei unterscheiden Finanzämter zwischen außergewöhnlichen Belastungen besonderer und allgemeiner Art.

Außergewöhnliche Belastungen besonderer Art können Steuerzahler ab dem ersten Euro abrechnen, allerdings nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag. Dazu gehören etwa der Behinderten-, der Hinterbliebenen- und der Pflegepauschbetrag (Zeile 61–66). Wer beispielsweise einen Angehörigen in dessen oder in der eigenen Wohnung pflegt, kann einen Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro steuerlich geltend machen. Allerdings darf der Pflegende für seine Tätigkeit kein Geld erhalten und der Pflegebedürftige muss in Pflegegrad 4 oder 5 eingruppiert sein oder das Merkzeichen „H“ haben.

Unterhaltszahlungen an den Ex-Partner oder an erwachsene Kinder, für die Eltern kein Kindergeld mehr erhalten, können Steuerzahler bis zur Höhe von 8820 Euro als außergewöhnliche Belastungen verrechnen. Dazu zählen auch Unterhaltsleistungen für einen Flüchtling, den Steuerzahler in ihrem Haushalt aufgenommen haben. Dieser muss jedoch eine Aufenthalts- und Niederlassungserlaubnis besitzen (Teil 4).

Bei außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art müssen Steuerzahler zunächst einen Betrag aus eigener Tasche bezahlen, bevor sich der erste Euro steuermindernd auswirkt. Wie hoch die zumutbare Belastung ausfällt, hängt von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand sowie der Anzahl der Kinder ab (s. Tabelle). Im Januar 2017 hatte der Bundesfinanzhof beanstandet, dass die bisherige Berechnung der zumutbaren Belastung falsch war. Denn der anhand von Familienstand, Anzahl der Kinder und Einkommen ermittelte Prozentsatz bezieht sich nicht – wie bisher gehandhabt – auf den Gesamtbetrag der Einkünfte, sondern lediglich auf Teile davon (Az. VI R 75/14). Nun wird lediglich der Teil des Gesamtbetrags der Einkünfte, der den jeweiligen Grenzbetrag von 15.340 beziehungsweise 51.130 Euro übersteigt, mit dem jeweils höheren Prozentsatz belastet; die Werte werden anschließend addiert.

Geld zurück für Fahrten zu Arzt oder Apotheke

In die Gruppe der außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art fallen etwa Ausgaben für Kuren, Pflege, Medikamente, Heilpraktiker oder Beerdigungen. Die Ausgaben für die Gesundheit akzeptieren die Finanzämter, wenn sie von einem Arzt verschrieben wurden und die Krankenversicherung dafür nicht gezahlt hat. Fahren Steuerzahler zum Arzt oder zur Apotheke, können sie die Fahrten mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer abrechnen. Bei Bus- oder Bahnfahrten werden die tatsächlichen Kosten aufgelistet.

Wer einen Angehörigen mit einem Pflegegrad unterstützt oder selbst Pflegekosten hat, kann die Ausgaben als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. An den Kosten für eine Heimunterbringung beteiligt sich das Finanzamt nur, wenn diese wegen einer Krankheit, einer Behinderung oder einer Pflegebedürftigkeit zwingend notwendig ist.

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