Steuertipps

Wenn der Streit über das Arbeitszimmer vor Gericht endet

Nach einem Urteil des Bundesfinanzhofes gibtes nur wenig Spielraum, ein nur teils beruflich genutztes Arbeitszimmer abzusetzen.

Wird das als häusliches Arbeitszimmer akzeptiert? Die Vorschriften sind streng

Wird das als häusliches Arbeitszimmer akzeptiert? Die Vorschriften sind streng

Foto: Bonninstudio / picture alliance / Westend61

Wie und in welchen Fällen das Arbeitszimmer steuerlich geltend gemacht werden kann, ist häufig Thema vor Gericht. Anfang 2016 hat der Bundesfinanzhof ein Grundsatzurteil veröffentlicht, das auf wenig Begeisterung bei den betroffenen Steuerzahlern stößt. Denn damit haben die Richter untermauert, dass Steuerzahler die Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer im Prinzip nur in zwei Fällen steuerlich geltend machen können. Und zwar, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet. Dies ist etwa bei Selbstständigen, Rechtsanwälten oder Schriftstellern der Fall, die ausschließlich zu Hause arbeiten. Sie können das Finanzamt an den kompletten Kosten beteiligen.

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Oder aber wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht wie bei Lehrern oder Außendienstmitarbeitern. Sie können die Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer bis zur Höhe von 1250 Euro steuerlich geltend machen. Nicht möglich ist hingegen, die Nutzung des Arbeitszimmers in privat und beruflich zu unterteilen und das Finanzamt anteilig an den Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer zu beteiligen.

Beruflich genutzte Einrichtung lässt sich absetzen

Doch welche Kosten können Steuerzahler verrechnen – sofern das häusliche Arbeitszimmer vom Finanzamt abgenickt wird? Da sind zum einen die anteiligen Ausgaben für Miete, Strom sowie andere Nebenkosten. Eigentümer können die Finanzierungskosten, Grundsteuer und Nebenkosten anteilig steuerlich geltend machen. Auch an der Ausstattung des Raumes – etwa Teppich, Vorhänge, Lampen – beteiligt sich das Finanzamt. „Nicht akzeptieren werden die Beamten jedoch teure Luxusausstattungen“, bemerkt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg.

Auch wenn das Finanzamt das häusliche Arbeitszimmer nicht akzeptiert, können Steuerzahler beruflich genutzte Einrichtungsgegenstände steuerlich geltend machen. Die Ausgaben rechnen Sie als Arbeitsmittel in der Steuererklärung ab.