Steuerserie 2014

Pflegekosten verringern die Steuerlast

Wer als Rentner eine Steuererklärung abgeben muss, muss nicht zwingend Steuern zahlen. Zahlreiche Ausgaben etwa für Pflege lassen sich absetzen. Und auch Krankheitskosten akzeptiert das Finanzamt.

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Auch wenn immer mehr Rentner eine Steuererklärung machen müssen: Das bedeutet nicht automatisch, dass sie auch Steuern zahlen müssen. Schließlich können sie das Finanzamt an einer Reihe von Kosten beteiligen und so ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Mitunter fällt dann gar keine Steuer mehr an.

Werbungskosten

Finanzbeamte berücksichtigen bei Ruheständlern automatisch einen Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro. Wer höhere Ausgaben in Bezug auf seine Renten und Pensionen hat, sollte diese einzeln auflisten.

Versicherungen

Ruheständler tragen ihre Ausgaben für die gesetzliche oder private Basiskrankenversicherung sowie weitere Versicherungen in die „Anlage Vorsorgeaufwand“ ein. Die Finanzbeamten prüfen bis 2019, ob für Ruheständler die alte oder neue Regelung zur Absetzbarkeit von Versicherungen günstiger ist. Nach der alten Regelung können Ruheständler für 2013 Versicherungsbeiträge bis zu 4101 Euro (Alleinstehende) oder 8202 Euro (Verheiratete) steuerlich geltend machen. „Senioren sollten daher alle Versicherungsbeiträge in der Steuererklärung auflisten“, rät Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Ausgaben für Sachversicherungen erkennen die Finanzämter jedoch nicht an.

Pflege

Steuerzahler können Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen verrechnen. Wird die Person im eigenen oder in deren Haushalt gepflegt, haben Pflegende einen Anspruch auf den Pflegepauschbetrag von 924 Euro. Bedingung ist jedoch, dass die Person in Pflegestufe III eingruppiert ist oder das Merkzeichen „H“ im Behindertenausweis hat. „Wer eine pflegebedürftige Person betreut, kann den Pflege-Pauschbetrag steuerlich geltend machen, wenn er dafür keine Einnahmen erhält“, sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de. Der Pflegepauschbetrag gehört in die Kategorie der außergewöhnlichen Belastungen besonderer Art und verringert die Steuerlast daher ab dem ersten Euro.

Alternativ können Sie die Kosten auch als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art verrechnen – sofern diese die Höhe des Pflegegelds übersteigen. Absetzbar sind nachgewiesene Ausgaben für die Pflege, nicht jedoch die eigene Pflegeleistung (BFH-Urteil vom 22.1.1992). Zudem müssen Steuerzahler beachten, dass sie zunächst die zumutbare Belastung aus eigener Tasche zahlen müssen, bevor sich der erste Cent steuermindernd auswirkt.

Steuerzahler können die Pflegekosten jedoch auch als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen – und zwar unabhängig davon, in welche Pflegestufe die Person eingestuft ist. Die Finanzämter erkennen beispielsweise 20 Prozent der Ausgaben für mobile Pflegedienste bis 20.000 Euro an, also maximal 4000 Euro. Diese 4000 Euro ziehen die Finanzämter direkt von der Steuerschuld ab.

Krankheit

Die Kosten für Arztbesuche, Medikamente oder Hilfsmittel wie Brillen oder Rollstühle können – sofern vom Arzt verordnet und nicht von der Versicherung bezahlt – in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen verrechnet werden. Auch die Zuzahlungen für zahnärztliche Behandlungen sowie Ausgaben für Zahnersatz, Prothesen oder Kronen akzeptieren die Finanzämter. Bei Krankheits- und Zahnarztkosten müssen Steuerzahler zunächst die zumutbare Belastung alleine schultern, bevor sie das Finanzamt an den Kosten beteiligen können.