Marktsicht

Aktien: Seitwärtsmarkt findet kein Ende

Sören Wiedau, Analyst der Weberbank, über enttäuschende Zahlen bei US-Unternehmen und den Ausblick auf deutsche Aktien.

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Die europäischen Aktienmärkte befinden sich weiterhin in der Seitwärtsphase. Konnten noch erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den USA und den Schwellenländern sowie überraschend positive Quartalszahlen – insbesondere von deutschen Unternehmen – die Kurse treiben, setzte zum Ende letzter Woche wieder Ernüchterung ein.

US-Unternehmen enttäuschen

Die Berichtssaison in den USA neigt sich langsam dem Ende zu. Mittlerweile haben 428 der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2012 vorgelegt. Das Ergebnis ist als enttäuschend zu bezeichnen. Das Verhältnis der Unternehmen, welche die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen, konnte sich zwar auf 71% verbessern, liegt damit aber immer noch historisch gesehen unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

Bei den Umsatzerwartungen ist das Bild sogar deutlich negativer. Hier schlagen nur gerade 39% der Unternehmen die Erwartungen des Marktes. Erstmals seit dem dritten Quartal 2009 sind die zusammenaddierten Gewinne im Vergleich zum Vorjahresquartal rückläufig. Dies weckt Befürchtungen, dass die Unternehmensgewinne ihren Höhepunkt überschritten haben könnten und die Gewinnerwartungen der Analysten zu optimistisch sind.

Positiver Ausblick bei deutschen Unternehmen

Ganz anders sieht es in Deutschland aus. Hier konnten die Unternehmen bislang mehrheitlich die Gewinn- und Umsatzerwartungen übertreffen. Zusätzlich hoben sogar einige Unternehmen wie aus der Finanzbranche ihre Ausblicke an. Und die Aktienmärkte könnten noch weiteres Aufwärtspotenzial haben. Die bereitgestellte Liquidität der Notenbanken, die moderate Bewertung gemessen am KGV sowie die relativ hohen Risikoprämien weisen darauf hin, dass die Aktienmärkte zur Zeit noch gut unterstützt sind. Allerdings sollten die Fiskalprobleme sowie die Konjunktureintrübung in der Eurozone nicht außer Acht gelassen werden. Es empfiehlt sich daher, die Stopp-Loss-Limits für die Aktienmärkte zu erhöhen.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von der Weberbank als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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Jens Herdack

Sören Wiedau,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Sören Wiedau hat den Schwerpunkt europäische Einzelaktien und ist seit 1999 bei der Weberbank tätig. Der Diplomkaufmann hat zudem seinen Abschluss um die Qualifikation Certified European Financial Analyst erweitert.