Marktsicht

EZB-Äußerungen sorgen für Bewegung

Von Euphorie über EZB-Maßnahmen bis Angst vor Einbruch der Weltkonjunktur ist alles dabei, sagt Daniel Schär, Analyst der Weberbank Berlin.

Foto: DAPD

Die Konjunkturunterschiede in der Eurozone scheinen sich wieder zu verringern. Allerdings nicht durch eine Aufschwungbewegung in den europäischen Peripherieländern, sondern durch zunehmend pessimistischere Ausblicke in den Kernländern. Die kürzlich veröffentlichten BIP-Zahlen für das zweite Quartal verdeutlichen diesen Trend.

Auch Exportnationen wie China und Japan spüren die Schwäche der Eurozone. Die Exporte nach Europa gingen für beide Länder zuletzt deutlich zurück und bremsen auch die Wirtschaftsentwicklung in Asien. Ein Wirtschaftseinbruch wie im Jahr 2008 zeichnet sich jedoch aktuell in China nicht ab, da der Binnenkonsum sich recht robust zeigt und die Abhängigkeit vom Export in den letzten Jahren spürbar abgenommen hat.

Äußerungen der EZB unterstützen Rentenmärkte

Am Rentenmarkt sorgten die Mutmaßungen über mögliche Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) für Kursgewinne bei Papieren aus den Eurokrisenländern. Auch profitierten Papiere europäischer Finanzinstitute. Deutsche Staatsanleihen zählten zu den Verlierern der Entwicklung, da Investoren sichere Anlagen reduzierten und Papiere mit höherem Risiko kauften. Trotz der aktuellen Entwicklung ist es ratsam, Finanztitel und Anleihen aus den Euro-Problemländern zu meiden. Es empfehlen sich weiterhin Pfandbriefe, Unternehmensanleihen und Schwellenländerpapiere.

Dax erreichte die 7000-Punkte-Marke

Auch der Aktienmarkt konnte von der gesunkenen Risikoaversion profitieren. Dem Dax gelang es, zwischenzeitlich über die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten zu springen, und der S & P 500 konnte ein neues Jahreshoch erklimmen. Die Luft für weitere Anstiege wird jedoch in den kommenden Wochen dünner werden. Die nächsten wichtigen Termine, auf die alle Investoren warten, liegen erst im September. Neben der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsschirm stehen auch die Sitzungen der Europäischen Zentralbank und der amerikanischen Notenbank an. Mit weiteren expansiven Maßnahmen der Notenbanken und einem positivem Votum des Verfassungsgerichts sind weitere Kursgewinne möglich.


Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von ihr als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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Daniel Schär

Daniel Schär,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Daniel Schär arbeitet seit 2005 in der Vermögensverwaltung der Weberbank. Der Bankbetriebswirt und Chartered Financial Analyst analysiert die internationalen Kapitalmärkte und entwickelt Anlagestrategien.