Marktsicht

Für den Dax sieht es gut aus

Sören Wiedau, Analyst der Weberbank Berlin, über den fulminanten Anstieg des deutschen Aktienindex DAX im ersten Quartal 2012.

Der deutsche Aktienmarkt (DAX) glänzte mit einer Wertentwicklung von fast 18 Prozent und zählte damit zu den Spitzenreitern unter den internationalen Aktienindizes. Vor allem die extrem hohe Liquidität sowie erfreuliche Konjunkturdaten waren dafür verantwortlich. Zuletzt haben sich die europäischen Aktienmärkte von ihren Jahreshöchstständen zum Teil deutlich entfernt. Schlechte Wirtschaftsdaten aus der Eurozone, der Arbeitsmarktbericht aus den USA sowie die Zurückhaltung der US-Notenbank in Bezug auf neue Konjunkturmaßnahmen belasten das Kursgeschehen.


Kurs-Gewinn-Verhältnis günstig

Für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte ist die Bewertung ein wichtiger Faktor. Gemessen an der Relation der Gewinne zum Aktienkurs, dem sogenannten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), sind deutsche Aktien trotz des kräftigen Kursanstiegs noch immer günstig bewertet. So liegt das DAX-KGV derzeit bei zehn und damit 30 Prozent unter seinem historischen Durchschnitt. Vergleicht man dies mit dem amerikanischen Markt, dessen KGV bei 13 liegt, sind deutsche Aktien auch attraktiver als die aus den USA. Gleichzeitig bietet der DAX eine Dividendenrendite von vier Prozent, was momentan mehr als doppelt so viel ist wie die einer zehnjährigen Bundesanleihe. Das niedrige KGV des DAX zeigt, dass wir uns momentan in keiner Übertreibungsphase befinden und aus Sicht der Bewertung durchaus noch Luft nach oben haben.

Trend im DAX weiter positiv

Insgesamt sprechen die Anzeichen dafür, dass die derzeitige Konsolidierung an den Aktienmärkten noch nicht abgeschlossen und ein Test der technischen Unterstützungsmarken bei 6.600 bzw. 6.500 Punkten im DAX möglich ist. Mittelfristig wird der deutsche Aktienmarkt (DAX) weiterhin positiv eingeschätzt. Die im Überfluss vorhandene Liquidität, weiter steigende Unternehmensgewinne, eine hohe Dividendenrendite, die günstige Bewertung sowie fehlende Alternativanlagen werden auch weiterhin den Markt unterstützen. Allerdings sollten dafür die Konjunkturrisiken in Europa nicht nochmals größer und die positiven Signale der Frühindikatoren – wie z.B. dem IFO-Index – von den tatsächlichen Wirtschaftsdaten bestätigt werden.

Haftungsausschluss:
Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von der Weberbank als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

www.weberbank.de

Jens Herdack

Sören Wiedau,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Sören Wiedau hat den Schwerpunkt europäische Einzelaktien und ist seit 1999 bei der Weberbank tätig. Der Diplomkaufmann hat zudem seinen Abschluss um die Qualifikation Certified European Financial Analyst erweitert.