Marktsicht

Niedrige Inflationsraten stützen Börsen

Daniel Schär, Senior-Portfoliomanager der Weberbank, über die Entwicklung der Schwellenländer-Aktienmärkte.

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Ähnlich wie der Dax sind auch die Börsen der Schwellenländer sehr positiv in das neue Jahr gestartet,. Dominierten im vergangen Jahr noch zweistellige Kursverluste das Bild, so können die Aktienmärkte in diesem Jahr deutliche Gewinne verzeichnen und den Großteil der Verluste wettmachen. Für den Anleger stellt sich da die Frage nach dem Auslöser und der Nachhaltigkeit dieser Bewegung.

Im Großen und Ganzen können zwei signifikante Treiber der jüngsten Entwicklung identifiziert werden - Inflation und Liquidität. Die Schwellenländer verzeichnen Ende letzten Jahres einen Rückgang bei den Inflationsraten. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, da seit Anfang 2009 ein kontinuierlicher Anstieg der Teuerungsraten zu beobachten gewesen war. Der Abwärtstrend eröffnet den Notenbanken neuen Spielraum, die Zinsen zu senken bzw. eine expansivere Geldpolitik zu verfolgen. So hat beispielsweise Brasilien seit letztem September mehrmals die Leitzinsen auf aktuell 9,75 Prozent gesenkt. Die Wirtschaft wird so wieder besser mit Geld versorgt und unterstützt. In der Historie war ein Rückgang in den Inflationsraten häufig von steigenden Aktienkursen begleitet. Das haben auch viele Marktteilnehmer erkannt und sind wieder an die Schwellenländerbörsen zurückgekehrt. So legten die Zuflüsse in Aktienfonds der aufstrebenden Volkswirtschaften zu Jahresbeginn so kräftig zu, wie zuletzt im Jahr 2006.

Konsolidierung deutet sich an

Wird sich diese Bewegung fortsetzten? Kurzfristig scheint die Entwicklung ausgereizt und eine Konsolidierung deutet sich an. So sind die Mittelzuflüsse zuletzt schon spärlicher ausgefallen und die Aufwärtsbewegung der Kurse ist ins Stottern geraten. Ein Blick auf die fundamentalen Bewertungen der Börsen stimmt jedoch mittel- bis langfristig positiv. Im historischen Vergleich sind die Bewertungsniveaus als attraktiv einzustufen. Sowohl das Kurs-Gewinn-Verhältnis, als auch das Kurs-Buchwert-Verhältnis notieren unter ihrem langfristigen Durchschnitt. Die Dividendenrendite ist im historischen Kontext als hoch einzustufen. Aus unserer Sicht sollten deshalb kurzfristige Kursrückgänge für strategische Engagements in diesem Anlagesegment genutzt werden.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von ihr als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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Daniel Schär

Daniel Schär,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Daniel Schär arbeitet seit 2005 in der Vermögensverwaltung der Weberbank. Der Bankbetriebswirt und Chartered Financial Analyst analysiert die internationalen Kapitalmärkte und entwickelt Anlagestrategien.