Marktsicht

Stärkster Januaranstieg seit 37 Jahren

Die Aktienmärkte setzten ihren fulminanten Jahresstart weiter fort. Der DAX überwand sogar die 6600 Punktemarke und markierte damit den stärksten Januaranstieg seit 37 Jahren. Die rückläufigen Umsätze deuten darauf hin, dass viele Marktteilnehmer den starken Anstieg verpasst bzw. unterproportional daran teilgenommen haben.

Foto: dpa - Montage BMO

Der daraus entstehende Performancedruck kann die Aktienmärkte durchaus noch weiter vorantreiben.

Positive Impulse kamen zusätzlich von der US-Berichtssaison. Bisher haben mehr als ein Drittel der im S&P 500 enthaltenden Unternehmen ihre Quartalszahlen vorgelegt, wobei 59,9% der Gesellschaften die Marktschätzungen übertreffen konnten. Im historischen Vergleich ist diese Zahl allerdings eher enttäuschend. Eine so schwache Entwicklung gab es zuletzt im 4. Quartal 2008. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Aktienmärkte von der extrem hohen Notenbankliquidität getrieben werden und durchaus noch weiteres Aufwärtspotenzial besitzen.

Bei einem nachhaltigen Anstieg über 6630 Punkte liegen die nächsten Ziele bei 6.830 und 6.990 Punkten. Zu viele Anleger sind in Aktien untergewichtet und müssen den steigenden Aktienmärkten hinterherlaufen. Allerdings wird die Luft nach oben hin auch immer dünner. Nach dem schnellen Anstieg seit Anfang des Jahres nimmt die Stimmung unter den Marktteilnehmern schon euphorische Züge an. Die Hauptrisiken für die Märkte resultieren weiterhin aus der europäischen Schuldenkrise und dem schwierigen konjunkturellen Umfeld in vielen Regionen. Wir empfehlen daher, bestehende Aktienpositionen vor möglichen Kursverlusten abzusichern.

Der deutsche Rentenmarkt konnte sich gegen die steigenden Aktienmärkte behaupten. Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe fiel auf ca. 1,8%. Die Aussicht auf längerfristig niedrige Leitzinsen in den USA, die reichliche Liquiditätsversorgung in der Eurozone sowie die anhaltende Sorge um die finanzielle Stabilität der Eurozone führten zu dieser positiven Entwicklung. Wir sind der Meinung, dass der deutsche Rentenmarkt aufgrund der hohen Notenbankliquidität sowie unverändert tiefer Leitzinsen auch zukünftig gut unterstützt bleiben wird. Allerdings würden wir auf dem gegenwärtigen Renditeniveau den Schwerpunkt auf Pfandbriefe und Unternehmensanleihen setzen.

Trotz des zwischenzeitlichen Anstiegs des Euros gegenüber dem USD rechnen wir mittelfristig mit einer Dollarstärke. Zum einen wird auch in diesem Jahr das Wirtschaftswachstum in den USA über dem in Europa liegen. Zum anderen erwarten wir von der EZB eine weitere Leitzinssenkung, so dass die Zinsunterstützung für den EUR geschmälert wird.

Haftungsausschluss:

Diese Darstellung der aktuellen Marktsituation hat die Weberbank entweder selbst angestellt oder aus von der Weberbank als zuverlässig angesehenen Quellen bezogen. Trotz Anwendung größter Sorgfalt kann die Weberbank für die Richtigkeit ihrer Einschätzungen keine Haftung übernehmen. Diese Darstellung ist nicht als Aufforderung zum Erwerb, Verkauf oder Halten bestimmter Wertpapiere intendiert.

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Jens Herdack

Sören Wiedau,
Senior-Portfoliomanager der Weberbank


Sören Wiedau hat den Schwerpunkt europäische Einzelaktien und ist seit 1999 bei der Weberbank tätig. Der Diplomkaufmann hat zudem seinen Abschluss um die Qualifikation Certified European Financial Analyst erweitert.