Jobmesse berlin

Berufsbegleitendes Studium erwünscht? Auf zur Jobmesse Berlin

Neben vielen anderen Bildungsinstituten ist auf der Jobmesse Berlin auch die FOM Hochschule vor Ort, die ihre berufsbegleitenden Studiengänge anbietet

Foto: Arunraj Sivakumaran / Barlag

Sie wollte Geld verdienen und reisen. Das war der Grund, warum Franziska Hein* gleich nach ihrem Abitur eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten machte – anstatt zu studieren. Aus heutiger Sicht würde sie es anders machen. Denn sie hätte sich eine Menge Zeit und Kosten sparen können, hätte sie damals – aber das Wort „hätte“ lässt sie dann doch nicht gelten.

Zehn Jahre hat sie bei einem Insolvenzverwalter gearbeitet. „Insolvenzrecht liegt mir am Herzen“, sagt sie auch heute noch. Dann kam ihre Tochter zur Welt – und mit ihr Babypause und Elternzeit. Und danach war nichts mehr so wie es einmal war. Franziska Hein merkte, dass sie etwas „mehr für den Kopf“ brauchte. „Man dreht sich sonst im Kreis. Der Job hat ja Spaß gemacht, aber ich kam nicht voran, es musste etwas passieren.“ Das war 2009.

Berufsbegleitendes BWL-Studium

Sie entschied sich – nach langen Recherchen im Internet – für ein berufsbegleitendes BWL-Studium an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management in Berlin. Mit über 26.000 Studierenden an 31 Standorten bundesweit bezeichnet sie sich als größte private Hochschule Deutschlands. Überzeugt hat Franziska Hein letztendlich das Angebot der Studienzeitmodelle, in ihrem Fall, das Studium an zwei Tagen in der Woche absolvieren zu können. „Die Abende und das Wochenende wollte ich für mich und meine Familie haben“, sagt die heute 35-Jährige.

Ihr Arbeitgeber zog mit, sie reduzierte ihre wöchentliche Arbeitszeit und verbrachte fortan drei Tage die Woche beim Insolvenzverwalter und die anderen zwei Tage an der Hochschule, Studienzeit von 8 bis 16 Uhr. Inhalte: Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht, Controlling. „Das war anstrengend“, resümiert Franziska Hein. Zumal sie am Abend noch in ihre Bücher schauen oder Paragrafen büffeln musste. „Ich wollte mir nicht das Wochenende verbauen, deshalb lernte ich abends. Das ist nicht immer leicht. Wenn ich aber drei Mal dieselbe Zeile gelesen habe, bin ich dann doch ins Bett gegangen.“

Neben viel Zeit hat sie auch erhebliche Kosten investiert. Als private Hochschule erhebt die FOM Studiengebühren. 295 Euro hat Franziska Hein monatlich gezahlt, die Prüfungsgebühr von 300 Euro kam noch hinzu. „Ich habe durch die Arbeitszeitverkürzung weniger verdient und musste zusätzlich die Studiengebühren aufbringen. Ein schlechter Deal“, sagt sie und lacht. Doch den Bachelor hat sie längst in der Tasche. Nach sieben Semestern, vier davon im Tagesstudium, die restlichen drei am Freitagabend von 18 bis 21.30 Uhr und am Sonnabend von 9 bis 16 Uhr. Auszeit hatte sie in den im Gegensatz zu anderen Hochschulen kurzen Semesterferien: zwei Wochen im Februar und 1,5 Monate im Sommer.

Betreuung während der Masterthesis

Vier Jahre später sitzt sie nun an ihrer Masterthesis. „Als ich anfing zu studieren, war schnell klar, dass ich auch den Master machen muss“, sagt sie. „Von den Unternehmen habe ich mitbekommen, dass der Bachelor nicht so anerkannt wird.“ Einen neuen Job hat sie auch – bei einem Projektträger, der verschiedene Förderprogramme für Bundesministerien verwaltet. Gereizt haben Franziska Hein das Zuwendungs- und Haushaltsrecht in der Projekttätigkeit sowie die europäische Ausrichtung der Aufgaben. Passend zum Arbeitgeber fällt auch das Thema der Masterthesis aus. „Sie hat etwas mit der Rolle der EU bei der Energiewende und mit dem Europäischen Beihilferecht zu tun“, beschreibt sie vage.

Es läuft gut für sie. Die Entscheidung, das Studium zu machen war richtig. Profitiert hat sie von den Dozenten der FOM, die überwiegend aus der Praxis kommen. „Die sind nah dran am Arbeitsalltag. Das war super. Da konnte ich ganz viel mitnehmen“, schwärmt Franziska Hein. Auch den Austausch mit den Kommilitonen schätzt sie: „Die kommen alle aus unterschiedlichen Unternehmen und haben viel aus der Praxis zu berichten.“

Karriere und Familie

Die Dreifachaufgaben Beruf, Studium und Kind hat sie dank Unterstützung ihres Ehemannes und der Hilfe von Oma und Opa gut weggesteckt. Auch wenn sie gerne noch mehr Zeit mit ihrer Tochter verbracht hätte, die mittlerweile zur Schule geht. Im letzten Jahr hat sie schon ein wenig kürzer treten müssen, weil doch alles zu viel wurde. Sie hat einfach ein Semester angehängt. „Ich will den Master ja gut hinkriegen.“

Von ihren Dozenten fühlt sie sich bei der Masterthesis gut betreut. „Mein Studiengang Wirtschaftsrecht war ein sehr kleiner Kurs mit nur sieben Teilnehmern“, erzählt sie. „Dadurch war der Unterricht sehr intensiv.“ Sie hätte sich trotzdem gewünscht, dass der Masterstudiengang inhaltlich dichter gewesen wäre. Jetzt hat sie alle Credits zusammen, nur die Masterarbeit muss noch gut abgeschlossen werden – dann ist sie Wirtschaftsjuristin.

Ihre Zukunft sieht Franziska Hein bei ihrem neuen Arbeitgeber. Es ist eine Zukunft mit mehr Freizeit. Die will sie, solange ihre Tochter klein ist, mit der Familie verbringen. Und irgendwann auch wieder mit Reisen.

*Name von der Red. geändert