OECD-Studie

Jugend in Deutschland auf Digitalisierung gut vorbereitet

Gerade junge Menschen in Deutschland sind gut gerüstet für die digitale Arbeitswelt. Es gibt jedoch auch eine Gruppe von Arbeitskräften, die es mit dem technischen Wandel schwer hat. Das folgt aus einer Studie der OECD.

Viele Schüler arbeiten im Unterricht mit Notebooks. Wer sich mit digitalen Medien auskennt, hat später Vorteile im Berufsleben.

Viele Schüler arbeiten im Unterricht mit Notebooks. Wer sich mit digitalen Medien auskennt, hat später Vorteile im Berufsleben.

Foto: dpa

Paris. Die junge Generation in Deutschland ist für die Digitalisierung nach Einschätzung der Industrieländer-Organisation OECD gut aufgestellt.

Wie aus einer Studie der Organisation für Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, werden digitale Technologien von Arbeitnehmern hierzulande im Vergleich zu anderen OECD-Ländern "sehr intensiv" genutzt. Vor allem die 16- bis 29-Jährigen seien mit ihren Vorkenntnissen besser aufgestellt als der Durchschnitt der 36 OECD-Länder. In vielen anderen Bereichen schneide Deutschland allerdings "eher durchschnittlich ab", heißt es in der Mitteilung.

So würden vor allem gering qualifizierte Arbeitskräfte besonders selten an Maßnahmen zur Weiterbildung teilnehmen. Deren Tätigkeit sei aber besonders davon bedroht, von automatisierten Prozessen ersetzt zu werden. Demnach gibt es bei 11 Prozent der Arbeitsplätze ein hohes Risiko, dass diese verschwinden werden.

Dabei könnten die betroffenen Arbeitnehmer mit teils mäßigem Schulungsaufwand in sicherere Berufe wechseln, schätzt die Organisation. Bei weiteren 2,6 Prozent der Arbeitnehmer sei eine intensivere Umschulung von bis zu drei Jahren nötig, um das Risiko des Jobverlustes zu vermeiden. Die Lehrkräfte sind der Studie zufolge hierzulande gut vorbereitet: 50 Prozent von ihnen bescheinigt die OECD eine Spitzenreiter-Position bei der Problemlösung.

"Politik sollte helfen, Flexibilität, berufliche Mobilität und Arbeitsplatzsicherheit in Einklang zu bringen", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. "Bessere Bildungssysteme können dazu beitragen, dass sich mit der digitalen Revolution auch die Lebensumstände für alle verbessern." Es müsse mehr in Bildung und Weiterbildung investiert werden. So sollten "aus traditionellen Bildungssystemen Systeme lebenslangen Lernens" gemacht werden.