Buchtipp

Eine gute Anleitung, um das Lernen (wieder) zu erlernen

Autor Sven Frank vermittelt Lern- und Mnemotechniken. Sie helfen etwa beim Erlernen von Sprachen und beim Einprägen längerer Reden.

Lesen bringt die Karriere voran.

Lesen bringt die Karriere voran.

Foto: clu / Getty Images/iStockphoto

Berlin.  Lernen ist in erster Linie eine Frage der Technik. Zu den großen Defiziten des deutschen Schulsystems gehört, dass individuelle Lerntechniken nicht angemessen vermittelt werden. Die Bestsellerautorin Vera F. Birkenbihl hat das schon vor Jahrzehnten bemängelt. Ihre Ratschläge fanden Eingang in die Lehrerausbildung in Österreich und in der Schweiz.

Methoden, wie man sein Gehirn besser nutzt, Sprachen schneller lernt, sich komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge erschließt oder sich den Inhalt einer Rede einprägt, werden in den Schulen hierzulande bestenfalls nebenbei vermittelt.

Wer lernen will, muss sich Zeit nehmen

Darum braucht es Bücher wie „Speedlearning“ von Sven Frank (Redline Verlag, 224 S., 17,99 Euro). Das erste Kapitel analysiert das große Spektrum der inneren Barrieren und äußeren Einflüsse, die bei Menschen zu einer Lernallergie führen. Das kann die Überzeugung sein, kein Talent zu haben. Aber auch äußere Umstände spielen eine Rolle.

Wer lernen will, muss sich dafür regelmäßig Zeit nehmen. Wer es schafft, die Hindernisse zu überwinden, kann mit den hier dargestellten Methoden zum Beispiel in zehn Wochen eine Fremdsprache lernen. Ein anderes Kapitel demonstriert verschiedene Mnemotechniken. Damit prägen sich Profis 90-Minuten-Reden schnell und sicher ein.

Grundsolide Kost

Autor und Verlag liefern grundsolide Kost. Der Text ist gut lesbar, die Gliederung stimmt, wichtige Passagen und Tipps für die Praxis sind hervorgehoben. Doch heute konkurrieren Bücher nicht nur gegen andere Bücher, sondern auch gegen Bildschirmmedien wie Smartphone-Apps oder Youtube-Tutorials. Dagegen kann eine Bleiwüste selten bestehen. Im Hinblick auf die Gestaltung verkauft sich das inhaltlich sehr gute Buch leider etwas unter Wert.

Wenn man alles googeln kann, muss man sich nichts mehr merken. Langfristig verlernt das Gehirn diese Fähigkeit. Die konsequente Investition in ein paar Minuten Hirntraining pro Tag ist ein entscheidender Karrierefaktor. „Speedlearning“ ist dafür eine gute Anleitung.