Arbeitsrecht

Nebenjob vor Weihnachten? Das ist dabei zu beachten

Unter welchen Bedingungen sich Angestellte vor Weihnachten etwas dazuverdienen können, erklärt Arbeitsrecht-Spezialistin Kaja Keller.

Ein Nebenjob darf nicht so umfangreich sein, dass er den in Vollzeit ausgeübten Beruf gefährdet.

Ein Nebenjob darf nicht so umfangreich sein, dass er den in Vollzeit ausgeübten Beruf gefährdet.

Foto: RomanBabakin / Getty Images

Berlin.  Anwältin Kaja Keller von der Kanzlei Gansel Rechtsanwälte hat sich auf Arbeitsrecht spezialisiert. Hier beantwortet sie Leserfragen.

Ich habe eine Vollzeitbeschäftigung mit einer 38-Stunden-Woche. In der Adventszeit würde ich aber gern noch einen Nebenjob annehmen, um meine Weihnachtskasse ein wenig aufzustocken. Ist das erlaubt und wenn ja, wie gehe ich das an?

Das sagt die Anwältin: Grundsätzlich gilt erst einmal: Im Prinzip dürfen Sie einen Nebenjob annehmen, denn in Deutschland gibt es die freie Berufswahl. Trotzdem macht das Arbeitszeitgesetz Einschränkungen.

Auch aus Ihrem Arbeitsvertrag kann sich ein Aber ergeben: Darin darf zwar kein generelles Verbot stehen, aber der Arbeitgeber kann per Arbeitsvertrag bestimmen, dass Nebentätigkeiten mit ihm abgestimmt werden müssen.

Keine Konkurrenz

Wichtig ist bei Nebenjobs immer, dass Sie Ihrem Arbeitgeber weder selbst noch im Auftrag eines anderen Unternehmens Konkurrenz machen oder Geschäftsgeheimnisse für die Arbeit nutzen.

Dies ist verboten und könnte von Ihrem Arbeitgeber mit einer Abmahnung oder gar einer Kündigung geahndet werden.

Außerdem sollte der Nebenjob nicht so umfangreich sein, dass er Ihren in Vollzeit ausgeübten Beruf gefährdet. Sind Sie übermüdet, weil Sie bis spät in die Nacht woanders arbeiten, ist Ihr Chef sicherlich nicht begeistert. Es erhöht auch die Gefahr von Unfällen, sollten Sie nicht ausgeschlafen sein.

So viel zum Arbeitsvertrag. Darüber hinaus legt Ihnen das Arbeitszeitgesetz Regeln auf. So dürfen Sie nicht mehr als 48 Stunden in der Woche arbeiten, wenn Sie dauerhaft zwei Jobs haben.

Da Sie aber nur für die begrenzte Zeit des Advents zusätzlich arbeiten wollen, können Sie sogar bis zu 60 Stunden in der Woche tätig werden.

Argumente zurechtlegen

Verlangt Ihr Arbeitsvertrag ausdrücklich, dass Sie Ihren Chef über einen Nebenjob informieren müssen, bereiten Sie sich gut auf das Gespräch vor. Legen Sie ihm dar, wo, wie oft und wie lange Sie Arbeit im Zweitjob planen.

Halten Sie abschließend schriftlich fest, dass Ihr Arbeitgeber Ihnen den Nebenjob erlaubt. Mit einer Unterschrift Ihres Chefs haben Sie eine gute Absicherung, sollte es doch noch zum Streit über Ihren Nebenjob kommen.