Talentförderung

Nachwuchsarbeit im Modedesign: „Wir müssen Stärken stärken“

Junge Modedesigner sollten sich zu ihrer Profession berufen fühlen. Nur so können sie gut und erfolgreich werden, sagt ein Experte.

Junge Modedesigner brauchen Plattformen, um sich präsentieren zu können. Die will ihnen der Verband Fashion Councle Germany bieten.

Junge Modedesigner brauchen Plattformen, um sich präsentieren zu können. Die will ihnen der Verband Fashion Councle Germany bieten.

Foto: sturti / Getty Images

Berlin..  Die Interessenvertretung Fashion Council Germany wurde 2015 in Berlin gegründet. Ziel ist, Modedesign in Deutschland als Kultur- und Wirtschaftsgut zu etablieren. Ein Mittel ist die Förderung des Designnachwuchses. Scott Lipinski ist Geschäftsführer des Verbands. Mit ihm sprach Anna Klar.

Herr Lipinski, welche Voraussetzungen sollte man für den Beruf Modedesigner mitbringen?

Scott Lipinski: Die Berufung. Ein jeder Beruf wird ohne die nötige Liebe und Hingabe niemals zu einer Berufung. Aus meiner Sicht gehören diese beiden Wörter nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich zusammen.

Modedesign ist wie jedes Design sehr schnelllebig. Wie bleibt man da beruflich am Ball?

Wer Mode als Berufung sieht, hält den Ball ständig in der Hand.

Wie sehen die Zukunftsaussichten für Berufseinsteiger aus?

Viel umfangreicher als in früheren Zeiten. Dadurch, dass sich Branchen und Disziplinen zunehmend mischen, vervielfältigen sich auch die Möglichkeiten von Absolventen und Berufseinsteigern.

Heutzutage trifft die Annahme nicht mehr zu, dass sich ein Modedesign-Absolvent zwangsläufig mit einem eigenen Label selbstständig macht oder in der Designabteilung einer etablierten Brand (Marke, Anm. d. Red.) arbeiten möchte.

Ich persönlich kenne viele ausgebildete Modedesigner, die nun in PR-Agenturen, bei Plattenfirmen oder in anderen Berufen der Kreativbranche arbeiten. Das Rezept zum Erfolg ist, sich und seine Ziele zu kennen und diese umsetzen zu wollen.

Außerdem ist es wichtig, seine eigenen Stärken und Schwächen zu kennen. Genau an dieser Stelle müssen Hochschulen und der Fashion Council Germany ansetzen und junge Talente unterstützen und fördern. Wir müssen Stärken stärken.

Mit welchem Gehalt steigt man in den Beruf ein?

Das ist zu umfangreich, um es hier zu beantworten. Das Gehalt ist abhängig von Stadt, Land, Positionen und weiteren Faktoren.

Wie beurteilen Sie den Standort Berlin in Bezug auf Modedesign?

Deutschland und insbesondere Berlin haben großes Potenzial. Die Kreativität der Stadt und ihrer jungen Talente ist schier unerschöpflich. Nachholbedarf besteht darin, dieses Potenzial wirtschaftlich und kulturell zu nutzen.

Was unternehmen Sie als Verband, um den Beruf und den Standort Berlin zu fördern?

Wir haben zwar gerade erst begonnen, aber in den kurzen drei Jahren des Bestehens des Fashion Council Germany haben wir verschiedene Förderprogramme aufgelegt, etwa in Kooperation mit dem Textilunternehmen H&M oder ein Programm für Nachhaltigkeit mit dem Berliner Senat.

Zudem veranstalten wir unabhängige Workshops und Coachings und setzen auf die Präsentation junger Talente mithilfe diverser Projekte und Programme, Pop-up-Shops, der German Press Days oder von Botschaftsempfängen, wie etwa im Februar in der deutschen Botschaft in London.

Unsere Pläne für die Zukunft gehen stets in Richtung Entwicklung neuer Förderprogramme, Projekte und Veranstaltungen, die den Zielen des Councils dienen: der Förderung von Talenten, dem Standort Deutschland und der Anerkennung von Mode als Wirtschafts- und Kulturgut im In- und Ausland.