Ausbildungsmesse

„Lange N8 der Ausbildung“ am 15. März 2018 in Berlin

50 Firmen stellen sich und ihre freien Lehrstellen vor, eingeladen sind Schüler und Eltern. Noch gibt es Ausbildungsplätze im Frühjahr.

Die „Lange N8 der Ausbildung“ ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. 2017 waren 500 Besucher im Holiday Inn Berlin City East dabei. Dieses Jahr werden noch mehr erwartet.

Die „Lange N8 der Ausbildung“ ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. 2017 waren 500 Besucher im Holiday Inn Berlin City East dabei. Dieses Jahr werden noch mehr erwartet.

Foto: ABU

Lichtenberg.  Zu dieser Jobmesse müssen Schüler wirklich wollen: „Wir haben sie genau darum in die Nachmittags- und Abendstunden gelegt“, sagt Sebastian Schmidt vom Veranstalter ABU – Akademie für Berufsförderung und Umschulung. Bei der „Langen N8 der Ausbildung“ am 15. März sollen keine Schulklassen zur regulären Unterrichtszeit durch die Messeräume geschleust werden. Zielgruppe sind vielmehr engagierte Jugendliche, die einzeln, in kleinen Gruppen oder mit ihren Eltern ins Holiday Inn in Lichtenberg kommen, um ihre Berufschancen auszuloten.

Das funktioniert offenbar recht gut. Die „Lange N8 der Ausbildung“, unterstützt vom Bezirk Lichtenberg, findet zum fünften Mal statt. Jedes Jahr ist sie ein bisschen größer geworden. Inzwischen sind gut 50 Aussteller dabei. „Wir achten darauf, dass nicht zehn Vertreter derselben Branche kommen, sodass sich eine gute Mischung ergibt“, sagt Schmidt.

Pfleger bis Baugeräteführer

Dementsprechend breit gefächert sind die Ausbildungsberufe, für die Lehrlinge gesucht werden. Darunter sind zum Beispiel Altenpfleger, Baugeräteführer, Eisenbahner, Feinoptiker, Mechatroniker, Personaldisponent, Polizei­vollzugsbeamter oder Verkäufer. Auch über Ausbildungsplätze im Rahmen von dualen Studiengängen können sich die Besucher informieren.

Von der Berufsbildungsreife bis zum Abitur soll sich jeder Schüler angesprochen fühlen. Außer Lehrstellen haben die Firmen auch Plätze für Praktika und Ferienprojekte im Angebot. Vergangenes Jahr waren mehr als 500 Besucher bei der „Langen N8“. In diesem Jahr erwartet Sebastian Schmidt noch mehr.

Jens Prügel, Ausbildungsleiter bei Flexim, einem weltweit agierenden Hersteller von Industriemesstechnik, ist zum dritten Mal dabei. „Und bislang waren wir dort jedes Mal erfolgreich.“ Heißt: Die Personaler und Ausbilder von Flexim haben auf jeder bisherigen „Langen N8“ Jugendliche kennengelernt, die heute ihre Auszubildenden sind.

Übernahme so gut wie sicher

So soll es auch jetzt wieder sein. „Wir haben für diesen Herbst vier Ausbildungsplätze im Angebot“, sagt Prügel. Zwei Jugendliche sollen in 3,5 Jahren zum Elektroniker für Geräte und Systeme ausgebildet werden, zwei weitere in zwei Jahren zum Industrieelektriker. Die Übernahme ist ihnen anschließend so gut wie sicher. „Wir bilden unseren eigenen Nachwuchs aus“, sagt Jens Prügel.

Katrin Wildau, Personalleiterin des Holiday Inn, will auch dieses Jahr wie in dem Hotel üblich acht bis zehn Azubis anstellen. Sie sucht Bewerber, die Hotelfachleute, Restaurantfachleute und Köche werden wollen. Lernt sie auf der Messe mehr gute Kandidaten kennen, als sie selbst unterbringen kann, leitet sie die Bewerbungen an Kollegen weiter. „Das Holiday Inn gehört zur GCH Group“, erklärt Wildau. Allein in Berlin hat die Gruppe 13 Häuser, europaweit sind es mehr als 120.

Auch viele Mittelständler sind dabei

Das Holiday Inn ist einer der größeren Arbeitgeber, die an der „Langen N8“ teilnehmen. Aber auch viele kleine und mittelständische Firmen aus Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf ergreifen die Möglichkeit, sich auf der Messe potenziellen Azubis vorzustellen. „Ich sehe das auch als Investition in den Ostteil der Stadt“, sagt Organisator Sebastian Schmidt. In diesem Jahr hat er das Büro für Wirtschaftsförderung des Bezirks Lichtenberg ins Boot geholt.

„Die Messe ist eine gute Möglichkeit für Jugendliche, sich über die Bandbreite der Ausbildungsberufe zu informieren“, wirbt Personalleiterin Katrin Wildau für den Besuch. Ihre Erwartungen an Bewerber? „Pünktlich, zuverlässig, gepflegte Erscheinung und schon möglichst gutes Englisch wegen unserer internationalen Gäste“, sagt sie.

Schulabschluss nicht so wichtig

Welchen Schulabschluss jemand mitbringt, sei dagegen nicht so wichtig. Zwar bevorzugt sie einen mittleren Schulabschluss. „Aber vor allem muss derjenige zu uns passen – und so etwas merkt man im Gespräch.“

Dementsprechend sollten die Schüler sich nicht zurückhalten. „Die Unternehmen sind doch alle dabei, um junge Leute zu gewinnen“, sagt Flexim-Ausbildungsleiter Prügel. „Niemand braucht Scheu zu haben, einen der Firmenvertreter anzusprechen.“ Auch er schaut nicht so kritisch auf die Schulnoten. Wenn ein Jugendlicher ins Team passt, aber noch Nachhilfe in Mathe oder Physik braucht – dann bietet Flexim ihm diese Unterstützung.

Jeder darf anziehen, was er mag

In puncto Bekleidung geht es bei der „Langen N8 der Ausbildung“ ungezwungen zu, sagt Sebastian Schmidt vom Veranstalter ABU. Auch Katrin Wildau vom Holiday Inn zeigt sich tolerant; zum Kennenlernen darf jeder kommen, wie er mag. Später im Hotel sieht es dann ein bisschen anders aus: „Bunte Haare, sichtbare Piercings oder auch ein Tunnel – das geht bei uns nicht.“ Das gelte aber für den gesamten Dienstleistungsbereich, unterstreicht sie.

Die Besucher sollten Bewerbungsunterlagen dabeihaben, rät Sebastian Schmidt. „Den Lebenslauf kann man gleich vor Ort abgeben.“ Denn die Unternehmen suchen nicht nur Auszubildende für den Start im Herbst. „Einige Jugendliche werden noch kurzfristig im Frühjahr mit einer Ausbildung beginnen können.“

Termin, Ort, Aussteller der „Langen N8“

Die „Lange N8“ findet am 15. März 2018 von 16 bis 21 Uhr im Holiday Inn Berlin City East, Landsberger Allee 203, statt. Der Eintritt ist kostenlos. Angesprochen sind Schüler und Schulabsolventen, die einen Ausbildungs-oder Praktikumsplatz suchen, sowie ihre Eltern. Veranstalter ist die Akademie für Berufsförderung und Umschulung ABU. Die Berliner Morgenpost unterstützt die „Lange N8“ als Medienpartner.

Mit Ständen und Präsentationen sind gut 50 Unternehmen verschiedener Branchen und Größen vor Ort. Darunter sind beispielsweise die BVG, die Berliner Feuerwehr, das Autohaus Möbus, das Bezirksamt Lichtenberg, das Handwerksunternehmen Knittel, die Kaufmännische Krankenkasse, Obi, der Baumaschinendienstleister Rohwedder und der rbb.