Arbeitsrecht

Darf ein Arbeitsvertrag auf drei Jahre befristet werden?

Ein neuer Mitarbeiter wird auf drei Jahre befristet. Ob das rechtens ist und warum das Alter der Firma eine Rolle spielt, erklärt ein Anwalt.

Viele Arbeitsverträge enthalten heute Befristungen.

Viele Arbeitsverträge enthalten heute Befristungen.

Foto: Gajus / Getty Images/iStockphoto

Berlin.  Der Arbeitsrechtler Dr. Heiko Peter Krenz beantwortet Leserfragen.

„Ich habe bei einem ganz jungen Unternehmen meinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Der Vertrag ist befristet auf drei Jahre. Die Dauer kommt mir merkwürdig vor. Ist das zulässig“

Das sagt Anwalt Heiko Peter Krenz: Heutzutage sind viele Arbeitsverhältnisse zeitlich nur von begrenzter Dauer. Im rechtlichen Rahmen ist das auch zulässig. Normalerweise sind Befristungen allerdings nur bis zu insgesamt zwei Jahren möglich. Insofern liegen Sie richtig mit Ihrer Verwunderung. Allerdings gibt es Ausnahmen für frisch gegründete Unternehmen.

Doch zunächst einmal zum Normalfall. Einen Grund für die Befristung muss der Arbeitgeber nicht angeben. Innerhalb der genannten Dauer von zwei Jahren kann der Vertrag zwischen Unternehmen und Mitarbeiter sogar dreimal verlängert werden. Doch alles, was über die maximalen zwei Jahre hinausgeht, ist unzulässig.

Diese „Schallmauer“ darf nur dann überschritten werden, wenn ein sachlicher Grund dafür vorliegt. Bekannte Beispiele für eine erlaubte Übertretung der Zwei-Jahres-Grenze sind die Elternzeitvertretung oder auch die Dauer eines Projekts. Derartige Befristungsgründe haben jedoch eine gewisse Fehleranfälligkeit und müssen von Arbeitgebern mit Vorsicht behandelt werden.

Ausnahme: neu gegründete Unternehmen

Bei neuen Unternehmen gilt allerdings eine Besonderheit: Sie dürfen in den ersten vier Jahren nach der Gründung Arbeitsverträge ohne sachlichen Grund für die Dauer von sogar bis zu vier Jahren befristen. In Ihrem Unternehmen hätten Sie also schlechte Karten, wenn Sie sich gegen die Befristung wehren wollten. Ihr Arbeitsverhältnis kann sogar noch einmal um maximal ein weiteres Jahr verlängert werden.

Handelt es sich dagegen um die Neugründung des Unternehmens aufgrund einer Umstrukturierung, dann gilt wiederum die Ausnahme von der Ausnahme: Hier greift die bewährte Zwei-Jahres-Grenze. Längere Befristungen sind dann unwirksam. Das bedeutet aber nicht, dass der Arbeitsvertrag unwirksam ist, sondern dass sich der oft ungeliebte befristete Vertrag in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umwandelt.