Arbeitsrecht

Nebenjob: Muss der Chef um Erlaubnis gefragt werden?

Ein Festangestellter will sich abends und am Wochenende etwas dazuverdienen. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht erklärt die Rechtslage.

Die Arbeitszeit von Haupt- und Nebenjob zusammen darf nicht die gesetzliche Höchstgrenze überschreiten.

Die Arbeitszeit von Haupt- und Nebenjob zusammen darf nicht die gesetzliche Höchstgrenze überschreiten.

Foto: Franziska Gabbert / picture alliance / dpa Themendie

Berlin.  In der Regel darf ein Vorgesetzter seinem Mitarbeiter nicht verbieten, einen Nebenjob anzunehmen. Doch es gibt Ausnahmen.

Ich bin fest angestellt, möchte mir aber ab Januar noch etwas Geld hinzuverdienen. Dafür habe ich mir einen Nebenjob im Einzelhandel gesucht, bei dem ich mal in den Abendstunden, mal am Wochenende zum Einsatz kommen werde. Muss ich meinen Chef um Erlaubnis fragen, bevor ich dort anfange?

Das sagt Rechtsanwalt Dr. Heiko Peter Krenz: Wie viele Arbeitnehmer sind auch Sie im Umgang mit einem Nebenjob sehr vorsichtig. Verständlich – niemand möchte es sich mit dem „richtigen“ Arbeitgeber verscherzen. Doch Sie zögern im Großen und Ganzen zu Unrecht. Denn wie ein Arbeitnehmer seine Freizeit gestaltet, ist allein seine Sache und geht den Arbeitgeber prinzipiell nichts an.

Als Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, Ihre Arbeitsleistung in dem Rahmen und in der Arbeitszeit zu erbringen, wie es vertraglich vereinbart wurde. Nach Feierabend können Sie also grundsätzlich das tun, was Sie möchten. Dazu gehört auch, einen Nebenjob anzunehmen und sich etwas nebenbei zu verdienen.

Schwierig wird es nur dann, wenn der Nebenjob betriebliche Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigt. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie aufgrund der zusätzlichen Arbeitsbelastung in Ihrem Nebenjob so übermüdet sind, dass Sie Ihrer Haupttätigkeit nicht mehr vernünftig nachkommen können.

Betriebliche Interessen des Arbeitgeber

Eine Tätigkeit für ein Konkurrenzunternehmen ist natürlich ebenfalls nicht zulässig und kann unter Umständen sogar eine Kündigung nach sich ziehen. Doch bleiben die betrieblichen Interessen Ihres Arbeitgebers unberührt, steht dem Nebenverdienst nichts im Wege. Wöchentlich einige Stunden im Einzelhandel tätig zu werden, sollte daher unproblematisch möglich sein.

Wichtig ist dabei nur, dass Sie trotz der zusätzlichen Arbeitszeit die gesetzlichen Höchstgrenzen einhalten. So darf die maximale Höchstzeit von zehn Stunden pro Tag auch bei einem zulässigen Nebenjob nicht überschritten werden. Zudem müssen Sie nach Arbeitsende eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden einhalten. Denn so löblich der Fleiß auch ist, übertreiben sollten Sie es nicht.