Interview

Bewerbung beim BKA: „Wir suchen keine Einzelkämpfer“

Das Bundeskriminalamt sucht Nachwuchs für die Bereiche Ermittlung und Informatik. Diese Anforderungen sollten die Bewerber erfüllen.

Ein Kriminalermittler an einem Tatort.

Ein Kriminalermittler an einem Tatort.

Foto: FilippoBacci / Getty Images/iStockphoto

Berlin.  Andrea Wagner ist Verwaltungsbeamtin beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden und dort in der Personalgewinnung tätig. Im Interview sprach sie über Berufsbilder und Perspektiven beim BKA.

Frau Wagner, was genau macht das BKA?

Andrea Wagner: Das BKA ist national und international aufgestellt. Zu unseren Aufgabenschwerpunkten gehören der Nachrichtenaustausch, die Ermittlungen, die Auswertung von Kriminalitätsphänomenen, die Forschung und der Personenschutz. Bei Ermittlungen geht es zum Beispiel um die Bereiche Islamistischer Terrorismus, Politisch motivierte Kriminalität, Schwere und Organisierte Kriminalität wie Rauschgift- und Waffenkriminalität sowie um Cybercrime.

Wer arbeitet beim BKA?

Wagner: Der überwiegende Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Kriminalbeamte, die in allen Abteilungen tätig sind. Daneben sind Informatiker, Physiker, Chemiker, Dolmetscher, Fotografen, Informatiker, Soziologen, Islamwissenschaftler und Verwaltungsbeamte einige der vielen Berufsbilder im BKA.

Was machen Islamwissenschaftler in Ihrer Behörde?

Wagner: Sie arbeiten insbesondere im Bereich Staatsschutz zur Bekämpfung des „Islamistischen Terrorismus“. Unter anderem beobachten und analysieren sie Verlautbarungen islamistischer Gruppierungen. Sie haben Kenntnisse in der islamischen Kultur, in Theologie, Politik, Recht und Sprache und können entsprechend beraten. Sie bilden zusammen mit den Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamten ein festes Team.

Das BKA sucht Nachwuchskräfte. In welchen Bereichen?

Wagner: Gegenwärtig sucht das BKA verstärkt Kriminalkommissar-Anwärterinnen und -Anwärter, die sich in drei Jahren als Generalisten in einem dualen Studiengang auf den zukünftigen Beruf vorbereiten. Sie spezialisieren sich dann im Laufe ihrer Berufsjahre, indem sie in verschiedenen Abteilungen unserer Behörde arbeiten. Im Tarifbereich freuen wir uns über Unterstützung in den unterschiedlichsten Berufsfeldern der Informatik.

Sind Quereinsteiger willkommen?

Wagner: Ein Quereinstieg ist gern gesehen, gerade bei Kriminalkommissar-Anwärterinnen und -Anwärtern. Diese Interessierten bringen wertvolle Lebens- und Arbeitserfahrung mit. Ihre Expertisen, die sie schon in einem anderen Studium oder in einer Ausbildung erworben haben, fließen in die Arbeit in unserem Haus ein.

Welche Eigenschaften sollten Bewerber mitbringen?

Wagner: Wir suchen keine Einzelkämpfer. Sie sollten teamfähig sein, Motivation und Engagement mitbringen. Auch Neugierde, um hin und wieder mal über den Tellerrand zu schauen, und sich dabei für neue Entwicklungen interessieren. Letztlich kommt es natürlich auch darauf an, in welchem Bereich sie später arbeiten möchten.

Was ist das Besondere an den Aufgaben, warum sollte man für das BKA arbeiten wollen?

Wagner: Wegen der enormen Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Junge Menschen fragen mich oft, warum sie sich schon so früh an eine Behörde binden sollten. Ich erkläre es so: Wenn junge Menschen im ersten Unternehmen merken, dass die Tätigkeit nicht ihren Vorstellungen entspricht, müssen sie häufig den Arbeitgeber wechseln. So ist das bei uns nicht. Wenn jemand merkt, dass ein bestimmter Arbeitsbereich nicht seinen Vorstellungen entspricht, kann er innerhalb des BKA andere Aufgaben übernehmen.

Klären TV-Krimis eigentlich über Polizeiberufe auf?

Wagner: Krimis dienen der Unterhaltung und nicht der exakten Abbildung der Polizeiarbeit. Wem von uns gelingt schon in 90 Minuten die Aufklärung eines Verbrechens? Dazu gehört viel Hartnäckigkeit, Akribie und Spürsinn. Die kann man in der kurzen Zeit nicht darstellen. Krimis sind – oft gute – Unterhaltung mit einem Fünkchen Wahrheit.