Interview

Thomas Klug: „Moderatoren müssen flink im Kopf sein“

So steigt man in den Beruf ein: Moderator Thomas Klug von N24 über die Anforderungen an seinen Berufsstand und die Ausbildungsmöglichkeiten.

Thomas Klug moderiert die „N24 Nachrichten“

Thomas Klug moderiert die „N24 Nachrichten“

Foto: FOTO: © Sven Darmer / N24 / N24

Thomas Klug ist Dozent für Moderation an der Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) und arbeitet als Moderator beim Nachrichtensender N24. Mit ihm sprach Kirsten Niemann.

Welche Voraussetzungen braucht man, um ein guter Moderator zu werden?

Thomas Klug: Einfach drauflosquatschen kann jeder. Man sollte als Moderator jedoch mehr mitbringen, nämlich offen sein und Spaß daran haben, sich in verschiedene Themen einzuarbeiten. Das heißt, man muss flink im Kopf sein, spontan agieren können und während des Gesprächs alle Sinne auf Bereitschaft stellen. Das braucht man, um auf die Informationen des Gesprächspartners eingehen zu können, nachzuhaken oder auf die nächste Frage, das nächste Thema überleiten zu können.

Ich vergleiche das immer mit dem Autofahren: Erst erscheint das Zusammenspiel zwischen Gas- und Bremspedal, dem Verkehr und der Gangschaltung sehr komplex. Aber im Laufe der Zeit lernt man, damit umzugehen. Erfahrung spielt in diesem Beruf eine große Rolle – sie hilft einem auch schon mal über kleine Pannen hinweg.

Wie kann man Moderieren lernen?

Thomas Klug: Sprach- und Stimmtraining sind ganz wichtige Bestandteile. Die Stimme muss die Informationen tragen können, sie muss das Publikum mitnehmen. Wenn ein Moderator sich in lauter „Ähs“ verheddert, lenkt das von den Inhalten ab, die er transportieren möchte. Ein Moderator ist das Bindeglied zwischen den Inhalten und dem Publikum. Das muss man sich immer vor Augen halten.

Was sind häufige Fehler, die Sie bei Ihren Studenten beobachten?

Thomas Klug: Mir ist aufgefallen, dass die meisten Studenten ihre Worte mit einem Zuviel an Körpersprache begleiten. Sie unterstreichen ihre Sätze mit den Armen, fuchteln mit den Händen, heben die Augenbrauen und runzeln die Stirn. Hier ist es besser, sich zurückzunehmen.

Wie wichtig ist Journalismus?

Thomas Klug: Wichtig sind natürlich auch Recherche und schnelles Arbeiten. Man muss aus einem Wust an Informationen den Kern einer Geschichte erfassen und sie in einfachen Worten und geraden Sätzen auf den Punkt bringen können. In Interviewsituationen sollte man zudem im richtigen Moment die richtigen Fragen stellen. Das ist bei der Moderation das A und O.

Welche Chancen haben angehende Moderatoren beim Radio oder beim Fernsehen?

Thomas Klug: Da ist der Markt eng, auch für gut ausgebildete Leute. Doch man kann natürlich auch als freier Moderator arbeiten. Das funktioniert in der Regel so, dass man sich bei verschiedenen Agenturen anmeldet, die einen dann buchen. Weitere Betätigungsfelder gibt es auf Messen, Galas, bei Produktpräsentationen und anderen Veranstaltungen, auf denen Unternehmen sich darstellen.

Wie sind die Verdienstmöglichkeiten in der Branche?

Thomas Klug: Grundsätzlich hat man als festangestellter TV- und Radiomoderator ein solides Einkommen. Bei den Kollegen, die frei arbeiten, hängt das natürlich vom Auftraggeber und von der eigenen Bekanntheit ab. Als Moderator für Nachrichten ist es allerdings unabdingbar, sich die journalistische Unabhängigkeit zu bewahren, deswegen bin ich ausschließlich für N24 tätig.

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