Girokonto-Vegleich

Postbank schafft kostenloses Girokonto ab

Ab November werden Postbank-Kunden zur Kasse gebeten. Nur Kunden, deren Geldeingang 3000 Euro pro Monat überschreitet, erhalten es weiter gratis

Das Geld zur Bank zu bringen wird bald teurer, zumindest bei der Postbank. Das Institut schafft für die meisten Kunden nämlich das kostenlose Girokonto ab.

Das Geld zur Bank zu bringen wird bald teurer, zumindest bei der Postbank. Das Institut schafft für die meisten Kunden nämlich das kostenlose Girokonto ab.

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin. Die Postbank verändert zum 1. November 2016 ihre Girokonto-Welt für Privatkunden und führt ein neues Preismodell ein. Je nach Nutzungsverhalten des Kunden stehen unterschiedliche Konten zur Verfügung. Die Konditionen hängen vom Geldeingang ab. Für Gutverdiener und junge Postbankkunden ändert sich nichts. Die Zeiten, in denen es das Konto bei der Postbank kostenlos gab, sind somit für die meisten Kunden vorbei.

Vorab einen Vergleich durchführen

Rund 5,3 Millionen Postbank-Kunden werden aktuell per Brief über die neue Kontowelt und die Preismodelle informiert. Sie Kunden haben dann die Wahl, in ihrem bisherigen Konto zu bleiben oder in ein anderes zu wechseln.

Folgende Kontomodelle gibt es bei der Postbank: Das Postbank Giro plus Konto kostet zukünftig 3,90 Euro/Monat. Aktuell kostet dieses Modell 5,90 Euro bei einem Geldeingang unter monatlich 1.000 Euro. Oberhalb dieser Grenze ist das Konto derzeit kostenlos. Das Komfort-Konto Postbank Giro extra plus wird wie bisher 9,90 Euro monatlich kosten - auch dieses Konto ist ab einem Geldeingang von 3.000 Euro/Monat kostenlos. Jüngere Postbank-Kunden können das Postbank Giro start direkt Konto nutzen, das für Kunden bis 22 Jahre kostenlos bleibt.

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Neu ist das Postbank Konto Giro direkt für Kunden, die ihre Bankgeschäfte bevorzugt online, per Selbstbedienungsterminal in der Filiale oder per computergestütztem Telefonbanking tätigen. Die Postbank verlangt ab dem 1. November für dieses Konto für 1,90 Euro/Monat.

Niedrigzinsphase ist Auslöser für Kontoänderungen

Neben der Girokarte bietet die Postbank auch Kreditkarten an. Für diese gibt es ab dem 1. November ebenfalls andere Konditionen. Ein Beispiel: Beim Kontomodell Postbank Konto – Giro direkt kostet die Visa Card Classic und die Visa Card Prepaid je 29 Euro im Jahr. Die Visa Card Gold kostet 59 Euro im Jahr. Beim Postbank Giro plus sind sowohl die Postbank Visa Card Classic, die Visa Card Prepaid und die Visa Card Gold kostenlos - das aber nur im ersten Jahr und bei Kontoeröffnung. Im zweiten Jahr gelten die gleichen Preise wie beim Postbank Konto – Giro direkt.

Susanne Klöß, Vorstand Produkte bei der Postbank, sagte: "Das Marktumfeld mit insbesondere dem Niedrigzinsniveau macht es uns (aber) immer schwerer, mit dem Girokonto Geld zu verdienen. Klar ist, dass unsere Dienstleistungen einen Wert und damit einen Preis haben." Um die Wirtschaft in Europa anzukurbeln, hält die EZB den Leitzins bei null Prozent. Was für Firmen gut ist, weil sie besonders günstig an Kredite kommen, wird für die Banken zunehmend zum Problem. Und zwar gerade für Institute wie die Postbank, die kein großes Investmentbanking haben, sondern ihr Geld vor allem mit Kleinsparern verdienen.