Fonds im Vergleich

Aktien-, Renten- u. Mischfonds sind die meistverkauften Fonds

Mehr als 840 Mrd. € haben die Deutschen in Wertpapieren angelegt. Klassische Sparer lernen beim Wertpapierkauf aber eine völlig neue Welt kennen

Ein Fondsvergleich stellt die wichtigsten Kennzahlen zweier Fonds direkt gegenüberstellen, um so eine Kaufentscheidung zu erleichtern.

Ein Fondsvergleich stellt die wichtigsten Kennzahlen zweier Fonds direkt gegenüberstellen, um so eine Kaufentscheidung zu erleichtern.

Foto: iStock (MarkD800)

Berlin. Es gibt mehrere tausend Fonds auf dem deutschen Markt. Ein Grund für deren Erfolg: Für viele Anleger stellen sie eine einfache Möglichkeit dar, schon mit geringen finanziellen Mitteln in internationale Kapitalmärkte zu investieren. Dass man die Fonds schnell kaufen und auch wieder verkaufen kann, sind weitere Pluspunkte für diese Art der Geldanlage.

Fonds im Vergleich

Grundsätzlich werden die derzeit am Markt befindlichen Arten von Investmentfonds nach drei Hauptkriterien voneinander unterschieden: Nach der Art der Kapitalbeschaffung (offene oder geschlossene Investmentfonds), nach dem Kreis der Anleger (Publikums- oder Spezialfonds) und nach dem Investmentgesetz (richtlinienkonforme Fonds, sonstige Fonds wie Immobiliensondervermögen oder Altersvorsorge-Sondervermögen).

Unterscheidet man Investmentfonds nach den Anlagewerten, ergibt sich folgende Aufteilung:

  • Aktienfonds - sie bestehen überwiegend oder ausschließlich aus Aktien. Aktienfonds sind vor allem für langfristige Anlagen hervorragend geeignet. Geeignet sind Aktienfonds insbesondere für Anleger, die langfristig eine überdurchschnittliche Rendite erzielen wollen, sich dabei der höheren Risiken aber durchaus bewusst sind.
  • Rentenfonds– sie sind wesentlich risikoärmer als Aktienfonds, erwirtschaften aber oft auch niedrigere Renditen. Rentenfonds investieren überwiegend in festverzinslichen Wertpapieren wie Pfandbriefen, Bundesobligationen und Anleihen. Rentenfonds eignen sich vor allem für mittelfristige Geldanlagen mit überschaubaren Risiken. Gerade Anleger, die ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere investieren wollen sollten deshalb Rentenfonds bevorzugen
  • Mischfonds oder auch Gemischte Fonds – hier wird das vom Anleger eingezahlte Kapital sowohl in Aktien als auch in verzinslichen Wertpapieren angelegt. Mischfonds eignen sich für Anleger, die Wert auf ein gewisses Maß an Sicherheit legen, aber gleichzeitig auch die Chancen des Aktienmarktes nutzen wollen.
  • Geldmarktfonds– sie sind zur Anlage von Geldern geeignet, die für anstehende Ausgaben (wie einem Autokauf) in unmittelbarer Zeit jederzeit verfügbar sein sollen. Geldmarktfonds sind Sondervermögen. Eng verwandt mit Geldmarktfonds sind geldmarktnahe Fonds. Sie investieren mindestens 51 % ihres Vermögens in Anleihen mit kurzer Restlaufzeit, den Rest in Festgeld oder Geldmarktpapiere.
  • Dachfonds - Für die Investitionen eines Dachfonds kommen alle möglichen Investmentfondsarten in Frage. Dachfonds sind zunächst einmal Investmentfonds. Von anderen Fonds unterscheiden sie sich dadurch, dass sie die von Anlegern eingebrachten Gelder nicht direkt in bestimmte Wertpapiere, Geldmarktanlagen oder andere Vermögensgegenstände investieren, sondern ihrerseits Anteile an Zielfonds erwerben.
  • Indexfonds – sie sind eine Untergruppe von Exchange Traded Funds (ETFs), da sie in der Regel ebenfalls über die Börse gehandelt werden. Allerdings sind sie tatsächlich auf die Abbildung von Indizes beschränkt, während es bei ETFs noch eine ganze Reihe weiterer Varianten gibt.
  • Immobilienfonds – hierbei handelt es sich um Sondervermögen, das mit mindestens 51 Prozent des verwalteten Kapitals in bebaute und unbebaute Grundstücke sowie Erbbaurechte investiert wird.

Was kostet ein Fond?

Die Kosten eines Fonds setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

  • Ausgabeaufschlag und/oder Rücknahmeabschlag,
  • Verwaltungsgebühr der Investmentgesellschaft,
  • gegebenenfalls erfolgsabhängige Vergütung der Investmentgesellschaft,
  • Depotbankgebühr

Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fonds

Offene Fonds sind meistens börsennotierte Fonds. Beim Kauf erhält man Fondsanteile wie z.B. bei einem Aktienfonds. In offene Fonds können in unbegrenzter Höhe Anlagegelder hineinfließen. Für die zufließenden Mittel darf die Investmentgesellschaft beliebig viele Fondsanteile ausgeben – diese müssen aber auch verpflichtenderweise jederzeit zum Rücknahmepreis zurückgenommen werden. Für Investoren stellen offene Fonds somit eine sehr flexible Anlagemöglichkeit dar, die ihnen den täglichen Zugriff auf das eingesetzte Kapital ermöglicht.

Bei geschlossenen Fonds erwirbt der Käufer keine Fondsanteile, sondern Gesellschaftsanteile. Er wird also nicht Fondsbesitzer, sondern Mitgesellschafter. Geschlossene Fonds hingegen können nur in begrenztem Umfang Anlagegelder aufnehmen. Es wird zudem nur eine von vornherein festgelegte Anzahl von Anteilen ausgegeben. Ist das geplante Volumen erreicht, wird der Fonds geschlossen und die Ausgabe der Anteile eingestellt. Ein Anspruch auf Rückgabe der Anteile besteht bis zum Ende der Laufzeit nicht. Sie können lediglich an Dritte weitergegeben oder gegebenenfalls über die Börse verkauft werden.