Versicherungen

Etliche Versicherungen kann man sich einfach sparen

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Marion Helmes
Jeder Verbraucher sollten öfter einmal einen Blick in seine Versicherungen werfen, denn etliche Versicherungen sind komplett überflüssig.

Jeder Verbraucher sollten öfter einmal einen Blick in seine Versicherungen werfen, denn etliche Versicherungen sind komplett überflüssig.

Foto: iStock (Highwaystarz-Photography)

Es liegt in der Natur der Menschen, sich gegen Risiken zu schützen. Der Versicherungsmarkt ist dabei so vielfältig wie die Risiken der Kunden.

Berlin. Mit fast rund 500 Millionen Versicherungsverträgen werden eine Vielzahl unterschiedlicher Risiken abgesichert. Auf dem deutschen Markt sind Versicherungsvereine, öffentlich-rechtliche Versicherer und Aktiengesellschaften, in- und ausländische Anbieter, regionale Versicherer oder auch globale Konzerne aktiv.

Viele Menschen sind falsch versichert

Es gibt für jedes potentielle Risiko die passende Versicherung, aber immer wieder kommt es vor, dass viele Verbraucher unterversichert sind und ärgern sich über die Versicherer, die bei einem Unfall doch weniger zahlen, als man es sich erhofft hat. Das liegt mitunter daran, dass viele Menschen einfach falsch versichert sind.

Bevor man eine Versicherung abschließt, sollte man folgendes bedenken: Es sollte immer ein gesundes Gleichgewicht zwischen Lebens- und Sachversicherungen geben. Zudem sollte man vor Vertragsabschluss berücksichtigen, wie wahrscheinlich ein bestimmtes Risiko und die dadurch verursachte Schadenssumme sein könnte. Demnach ist es ratsamer, eine Hausratversicherung mit Brandschutz abzusichern als eine teure Handyversicherung abzuschließen.

Wichtige und unnötige Versicherungen

Diese vier Versicherungen sind absolut notwendig und teilweise sogar gesetzlich vorgeschrieben: Die gesetzliche Krankenversicherung, die private Haftpflichtversicherung, die Kfz-Versicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sehr empfehlenswert sind folgende Versicherungen: die Hausratversicherung, die Unfallversicherung, die Risikolebensversicherung und die Pflegezusatzversicherung.

Vollkommen unnötig ist beispielsweise eine Reisegepäck – oder Handyversicherung, denn bei einem Schaden oder Verlust kommt die Hausratversicherung dafür auf. Eine Insassenunfall-Versicherung schließen viele Eltern kleinerer Kinder ab, die andere Kinder aus dem Kindergarten oder dem Fußballverein gelegentlich mit dem eigenen Auto mitnehmen. Sollte jedoch ein Mitfahrer bei einem Unfall verletzt werden, haftet die Haftpflichtversicherung.

Banken und Sparkassen bieten Kreditnehmern gerne die Kreditrestschuld-Versicherung an, um beispielsweise im Todesfall den Angehörigen keine Schulden zu hinterlassen. Viele wissen nicht, dass dies bereits durch eine Risikolebensversicherung abgegolten wird.

Jeder Deutsche hat im Schnitt sechs Versicherungen

Eine Krankenhaustagegeldversicherung rentiert sich nur für Selbständige, die einen Arbeitsausfall absichern müssen, um keinen finanziellen Schaden zu erleiden. Mieter einer Mietwohnung benötigen keine Wohngebäudeversicherung, denn diese wird durch die Betriebskosten an den Vermieter bereits anteilig bezahlt.

Eine Elementarversicherung ist ebenso völlig unnötig, denn sie deckt nur Schäden ab, die durch Überschwemmungen, Lawinen oder Erdrutsche passieren. Nur wer in den Bergen oder in gefährdeten Gebieten wohnt, sollte sich überlegen, wie nötig diese Versicherung für ihn werden könnte.

Die Rürup-Rente (auch Basis-Rente genannt) sollten nur diejenigen abschließen, die einen hohen Einkommenssteuersatz haben, denn je höher dieser ist, umso rentabler ist die Rürup-Rente. Weniger geeignet ist die Rürup-Rente für Arbeitnehmer allgemein, denn alle sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer müssen sich zunächst die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung inklusive Arbeitgeberanteil auf den insgesamt absetzbaren Betrag anrechnen lassen. Normalerweise bleibt da wenig Luft für weitere steuerbegünstigte Beiträge in die Rürup-Rente.