Freizeitsportler

Wenn das Hobby zum finanziellen Risiko wird

Hobbysportler sollten auf einen guten Versicherungsschutz achten. Die Krankenkassen zahlen zwar die Behandlung, nicht aber die Folgekosten.

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Sport ertüchtigt Leib und Seele, er steigert das Wohlbefinden. Das ist die eine Seite. Eine andere Wahrheit lautet: Wer Sport treibt, riskiert seine Gesundheit – und das gilt nicht nur für Fallschirmspringer und Felskletterer. Oft reichen schon eine falsche Bewegung im Fitness-Studio oder ein unebener Laufboden beim Jogging – schon ist man lange außer Gefecht gesetzt. Angesichts der Risiken ist es nicht überraschend, dass die deutschen Versicherer Policen für die Bedürfnisse von Freizeitsportlern erdacht haben. Schließlich ereignen sich nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jährlich rund 1,5 Millionen Sportunfälle – davon etwa die Hälfte beim Fußball. Bei einem Unfall in der Freizeit zahlen die Krankenkassen zwar die Behandlung – die Folgekosten sind jedoch nicht abgedeckt. Deshalb sollten Hobbysportler auf ausreichenden Versicherungsschutz achten.

Über den Verein versichert

Über eine private Unfallversicherung sollte jeder Freizeitfußballer verfügen. Zwar sind viele Mitglieder von Sportvereinen über Gruppenversicherungen geschützt, die der jeweilige Landessportbund für sie abgeschlossen hat und die neben einer Unfall- auch meist eine Haftpflicht- sowie eine Rechtsschutzversicherung umfassen.

Dennoch sei eine private Unfallversicherung zusätzlich ratsam, weil deren Versicherungssumme individuell gestaltet werden könne, heißt es beim Bund der Versicherten (BdV). „Die Unfallversicherung zahlt eine vereinbarte Rente oder Einmalleistung, wenn man durch einen Sportunfall invalide wird, aber auch bei Haushalts-, Arbeits- und anderen Unfällen“, sagt Matthias Schulz, Versicherungsmakler aus Verden. Viele Versicherer bieten dabei Policen an, die speziell auf die Risikosituation von Freizeitsportlern zugeschnitten sind.

Die Frage, was überhaupt ein Unfall ist, sehen jedoch viele Versicherer mit anderen Augen als ihre Kunden, warnt die Stiftung Warentest. Denn nach den allgemeinen Vertragsbedingungen der privaten Unfallversicherungen liegt ein Unfall nur dann vor, „wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf den Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet“.

Umknicken gilt nicht als Unfall

Trifft nur ein Punkt dieser Definition nicht zu, lehnen die meisten Versicherer eine Zahlung ab. Konkret heißt das: Wer beim Fußball umknickt und einen Bänderriss erleidet, hat nach geltender Rechtslage keinen Unfall erlitten. Die Versicherer sprechen hier von einem so genannten Eigenbewegungsschaden.

Freizeitkicker sollten daher darauf achten, Policen abzuschließen, die solche Eigenbewegungsschäden explizit mitversichern. Die sind allerdings auch teurer. Bei der Gothaer beispielsweise kostet eine Standard-Unfallversicherung für einen 28-jährigen Büroangestellten, die eine Invaliditätssumme von 100.000 Euro sowie Krankenhaustagegeld von zehn Euro einschließt, 135,78 Euro pro Jahr.

Eigenbewegungsschäden sind jedoch nur durch den Zusatzbaustein „PlusDeckung“ mitversichert – bei sonst gleichen Bedingungen kostet die Police dann 171,76 Euro.

Die Alternative zur privaten Unfallversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer etwa aufgrund eines schweren Unfalls beim Freizeitsport seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, erhält durch Abschluss einer solchen Police eine monatliche Rente.

„Ohne diese Police gerät man leicht in existenzielle Finanznot“, warnt Experte Schulz. „Besonders für junge Arbeitnehmer ist das wichtig, die erst geringe Ansprüche auf gesetzliche Rente haben, falls sie durch Unfall oder Krankheit berufsunfähig werden.“

Über eine Haftpflichtversicherung sollte zwar ohnehin jeder verfügen, für Hobbyfußballer ist sie aber besonders wichtig. Denn wer seinen Gegenspieler foult und dabei schwer verletzt, kann sich unter Umständen mit immensen Schadenersatzforderungen konfrontiert sehen. Je nach Verletzung des Gegenspielers kann das die finanzielle Existenz des Verursachers gefährden.