Börsen-Bericht

Dax kämpft mit der 7100-Punkte-Marke

Schon seit Tagen wurde über QE3 spekuliert. Nachdem Fed-Chef Bernanke nun diese Spekulationen weiter angeheizt hat, erobert der Dax die 7100 Punkte zurück. Nachrichten aus Berlin geben dem Euro Schub.

Die Hoffnung auf neue Geldspritzen zur Ankurbelung der US-Konjunktur versetzte die Anleger am deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag in Kauflaune. Bereits zum Wochenbeginn hatten die zurückhaltenden Aussagen des Fed-Präsidenten Ben Bernanke zur US-Konjunktur die Hoffnung geschürt, dass die nächste Lockerungsrunde der Geldpolitik eher früher als später kommt.

Der Dax eroberte die psychologisch wichtige Marke von 7100 Zählern zurück, die er bereits am Montag kurzfristig überschritten hatte. Nach den jüngsten Daten zum US-Verbrauchervertrauen gab der Leitindex seine Gewinne aber vollständig ab und schloss mit 7078 Punkten auf dem Vortagesstand. Der MDax und der TecDax stiegen jeweils um 0,1 Prozent.

Leicht enttäuschende Anleiheauktionen in Italien und Spanien ließen die Anleger bei deutschen Staatsanleihen zugreifen. Der Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 66 Ticks auf 137,40 Punkte. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,883 Prozent.

Der Kurs des Euro legte nach Aussagen über eine mögliche Aufstockung der Brandmauern im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise zu und zog in der Spitze bis auf 1,3385 Dollar an. Im Handelsverlauf fiel die Gemeinschaftswährung wieder leicht auf 1,3333 Dollar zurück.

Lufthansa-Papiere steigen nach JP-Morgan-Empfehlung

Als Favorit im Dax kletterten die Papiere der Lufthansa um 2,2 Prozent, obwohl der Warnstreik im öffentlichen Dienst am Morgen auf zahlreiche deutsche Flughäfen ausgeweitet worden war. Die US-Bank JP Morgan hatte die Aktien wegen des vermutlich auch 2012 guten First- und Business-Class-Geschäftes zum Kauf empfohlen.

Die Aussetzung der Leighton-Aktien belastete die Muttergesellschaft Hochtief. Die Papiere des deutschen Baukonzerns verloren zuletzt 5,8 Prozent. Die australische Hochtief-Tochter Leighton hatte bei der Börse Sydney die Aussetzung ihrer Aktien vom Handel beantragt und dies mit einer Überarbeitung der Prognose begründet. Ein Gewinneinbruch und die Halbierung der Dividende schickten Celesio auf Talfahrt. Die Aktien rutschten um 6,4 Prozent ab. Mit Enttäuschung reagierten Anleger auf die zurückhaltenden Äußerungen zum Jahresverlauf bei Centrotherm. Die Titel gaben bis zu 3,7 Prozent nach, erholten sich aber im Verlauf auf minus 0,2 Prozent.

Solarworld verloren 1,8 Prozent. Angesichts der Unwägbarkeiten in der Branche sollten Anleger zurückhaltend bleiben, schrieben die Experten von Equinet. Sie bekräftigten ihre Verkaufsempfehlung und senkten das Kursziel von 3,10 auf 2,70 Euro.