Vermögens-Check

Wie Sie mehr aus dem Wertpapier-Depot herausholen

Der kostenlose Vermögens-Check von Morgenpost Online bietet Sparern Ideen zur Optimierung ihres Depots, um die Rendite zu verbessern. Anhand von zwei Musterfällen zeigen erfahrene Berater, wie es besser geht.

Foto: Infografik Morgenpost Online

Es gibt Depot-Biografien, die den Glauben zerstören, dass eine Vermögensanlage überhaupt erfolgreich sein kann: Ein Mann, noch keine 60 Jahre alt, erbt 1,5 Millionen Mark. Wir schreiben das Jahr 2000, und der Volksbankberater empfiehlt ihm Aktien - was auch sonst, damals, als die Kurse nur eine Richtung kannten? Der Einbruch am Neuen Markt trifft den Anleger dann mit voller Wucht, von den 1,5 Millionen Mark sind bald nur noch 850.000 Mark oder 435.000 Euro übrig. Der vorzeitige Ruhestand ist wieder in weiter Ferne.

Auf Empfehlung eines Versicherungsmaklers, eines guten Bekannten, verlässt er dann 2003 die Bank. Der Makler übernimmt die Sache und legt das Geld in Fonds an. Er kauft Produkte, die auf den gängigen Hitlisten oben stehen. Das überzeugt den Kunden. Dass immer wieder Fonds verkauft und andere gekauft werden, irritiert den einstigen Millionenerben ein wenig, aber sein Bekannter wird schon wissen, was er macht, denkt er sich. Dass bei jedem Fondswechsel Ausgabeaufschläge an den Makler gehen, überlegt er sich nicht. 2008 gibt es an den Börsen in Folge der Lehman-Pleite den nächsten Kurseinbruch.

Nach acht Jahren ist das Depot noch 300.000 Euro wert und der Kunde hat von Banken und vermeintlich seriösen Beratern die Nase voll. Bis er es beim Vermögens-Check der Morgenpost Online einreichte und die Experten der Performance IMC in Mannheim eine Umbau-Empfehlung gaben – ohne die Produkte nach der Höhe der eigenen Provisionen auszusuchen.

Der einstige Millionen-Erbe ist, wie so viele Anleger auch, nicht schuldlos an dem Dilemma, in dem er steckte. Er war zu gierig, als er dem Ratschlag des Bankmitarbeiters folgte und 2000 nahezu die komplette Erbschaft in Aktien steckte. Er war zu sorglos, als er einem Bekannten, der zufällig Versicherungsmakler war, sein Depot anvertraute und sich nicht mehr kümmerte.

Kostenloser Vermögens-Check

Der Vermögens-Check, den Morgenpost Online auch in diesem Jahr wieder mit der V-Bank anbietet, fördert regelmäßig solch zerrüttete Depot-Biografien zutage. Wertpapiersammelsurien, bei denen ein Blick auf den Depotauszug oft schon reicht, um zu wissen, bei welcher Bank der Kunde bislang war.

Mitarbeiter vieler Finanzinstitute müssen Fonds, Zertifikate und Inhaberschuldverschreibungen des eigenen Arbeitgebers verkaufen, ob sie zu den Anlagezielen und dem Risikoprofil des Kunden passen, wird zu oft nicht geschaut. So analysierte die KSW Vermögensverwaltung in Nürnberg ein Depot, in dem drei Fonds vom selben Manager verwaltet wurden. Bei genauer Betrachtung zeigte sich ein für den Depotinhaber erschreckendes Klumpenrisiko. Sechs Prozent des gesamten Vermögens steckten in einer Aktie eines brasilianischen Unternehmens – getarnt in den drei Fonds.

Auch die bankenunabhängigen Vermögensverwalter des Vermögens-Checks wissen nicht, wie sich die Kapitalmärkte in den kommenden Jahren entwickeln, wie lange die Niedrigzinsphase anhält, wohin sich Gold und Euro entwickeln. Doch sie können zumindest Vorschläge machen, wie Chance und Risiko in einem Depot ausgewogen abgebildet werden können. Und da sie in der Regel nicht direkt vom Produktabsatz eines Herstellers abhängen, können sie sich auch eine klare Meinung zu bestimmten Produktkonstruktionen leisten.

Einfachere Finanzprodukte sind meist besser

So wie die Experten des Vermögensverwalters Spiekermann in Osnabrück. Als sie das Depot einer 75-jährigen verwitweten Unternehmerin überprüften, fanden sie die Hälfte der angelegten 250.000 Euro in Expresszertifikaten. Wird bei diesen komplizierten Derivatekonstruktionen eine bestimmte Barriere unterschritten, droht ein Verlust von bis zu 50 Prozent des Kapitals. Die Experten halten nichts von solchen Wetten. Einfache, leicht verständliche Produkte mit einer klaren Gebührenstruktur lautet daher ihr Standardrat.

Auch die von einem Produkthersteller unabhängigen Vermögensverwalter wollen natürlich Geld verdienen. In der Regel fällt ein Betreuungsentgelt an, das sich nach dem Depotvolumen richtet. Gängige Größen sind ein bis 1,2 Prozent pro Jahr. Dafür gibt der Vermögensverwalter dann alle Arten von Rückvergütungen des Herstellers an den Kunden weiter. Wobei auch hier der Kunde aufpassen muss. Teilweise behalten auch diese Vermögensverwalter die Zuwendungen der Hersteller ein, verlangen dafür aber vom Kunden eine geringere Gebühr. Wichtig ist, dass der Berater alles offenlegt und klar ist, wofür welche Kosten in welcher Höhe anfallen, ausgewiesen in Euro und Cents.

Grundsätzlich sollte sich ein Sparer vor jedem Beratungsgespräch ein klares Bild darüber machen, was er will, welche Verluste er aushalten kann, für was und wann er das Ersparte braucht. So lassen sich grobe Fehler vermeiden. Selbst der Erhalt des Kapitals ist angesichts niedriger Zinsen und gleichzeitiger Inflation mittlerweile eine Herausforderung. Das zeigen auch die beiden ausführlich dargestellten Fälle.

Fall 1: Genug von Aktien

Der 42-jährige Angestellte hatte vor knapp vier Jahren die Nase voll. Er verkaufte alle Einzelaktien und Aktienfonds und löste sein Wertpapierdepots auf. Die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und der anschließende Kurseinbruch an den Weltbörsen hatten gerade wieder Teile seines Vermögens vernichtet. Die übrig gebliebenen 280.000 Euro der vierköpfigen Familie aus der Nähe von Kassel in Nordhessen liegen seitdem auf Tages- und Festgeldkonten.

Zum Vermögen gehört auch ein Einfamilienhaus im Wert von 400.000 Euro. In den nächsten acht Jahren muss dafür noch eine Kreditsumme in Höhe von 150.000 Euro zurückgezahlt werden. Aus Angst vor einem Crash des Euro überlegt sich der Mann nun, ob er nicht das Tages- und Festgeld auch noch für eine Immobilie, genau eine Eigentumswohnung, einsetzen soll. Sicher ist sicher. Ein konkretes Renditeziel für sein Vermögen hat er übrigens nicht. Die Inflation solle ausgeglichen werden - und wenn danach noch ein, zwei Prozent tatsächlicher Vermögensaufbau pro Jahr möglich sind, würde er sich freuen.

Die Analyse: Tagesgeld, Festgeld und eine Immobilie - solche Fälle sieht Vermögensverwalter Felix Trobisch von Capitell Vermögens-Management in Frankfurt in jüngster Zeit häufiger. "Schwarz-Weiß-Entscheider" nennt er diesen Anlegertyp. Im Jahr 2000 hatten solche Sparer noch wild am Neuen Markt mit Aktien spekuliert, jetzt wollen sie trotz bereits hoher Immobilienpreise am liebsten all ihr Geld in eine Eigentumswohnung stecken. "Das ist bei vielen auch deshalb ein Wunsch, weil sie hoffen, dann für immer Ruhe beim lästigen Thema Geldanlage zu haben", so Trobisch.

Doch die Kostenseite wird beim Immobilienkauf gern vernachlässigt. Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten, da kommen schnell weit mehr als zehn Prozent des Kaufpreises oben drauf. Gar nicht zu reden von Instandhaltungskosten und möglichen Mietausfällen. "Und dies angesichts des ohnehin niedrigen Wertsteigerungspotenzials wegen der bereits sehr hohen Preise am Markt", so der Finanzfachmann. Womit Trobisch beim Renditeziel des 42-Jährigen in Höhe von ein bis zwei Prozent nach Abzug der Inflation und der Steuern ist: Um darauf im Jahr zu kommen, muss das angelegte Geld brutto sechs bis sieben Prozent bringen, rechnet der Vermögensverwalter vor. Denn neben der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und womöglich Kirchensteuer gehen zwei bis drei Prozent Inflationsrate ab. "Nur mit Anleihen und Immobilien ist das nicht zu schaffen", sagt Trobisch. Ein breites Portfolio mit Aktien sei unerlässlich. Ansonsten sei heute schon klar, dass in zehn Jahren real weniger Geld da ist, ein Kaufkraftverlust praktisch sicher sei.

Die Lösung: Der Vermögensverwalter schlägt dem Angestellten vor, mit 200.000 Euro wieder ein Wertpapierdepot aufzubauen. 80.000 Euro sollen vorläufig als Liquiditätsreserve bleiben - entweder um in schwächeren Marktphasen die Wertpapierpositionen weiter aufzubauen oder um einen Teil des noch laufenden Kredits vorzeitig zurückzuzahlen. Ein gewisser Teil kann vorerst auch deshalb noch nicht verplant werden, weil das Geld noch einige Monate, zum Teil Jahre, fest angelegt ist.

Wobei viele Banken auch bereit seien, Festgeld vorzeitig freizugeben - bei Zinsverzicht des Anlegers. Etwas mehr als ein Drittel des Depots soll bei dem 42-Jährigen aus Aktien bestehen. Von den dafür vorgesehenen 100.000 Euro fließen 50.000 Euro in weltweit anlegende Aktienfonds, gern mit einem Schwerpunkt auf Unternehmen, die regelmäßig hohe Dividenden ausschütten, daneben aber auch Fonds mit Aktien aus Schwellenländern, von Rohstoff- und Agrarunternehmen.

Trobisch greift dabei sowohl auf aktiv gemanagte Fonds zurück als auch auf börsengehandelte Indexfonds. Dabei sollte eine Position aus Risikogründen nicht mehr als zehn Prozent des Gesamtportfolios ausmachen, sagt er, in diesem Fall also nicht mehr als 20.000 Euro. "Eine breite Streuung schützt vor Vermögensschäden." Bei Anleihen greift Trobisch auf Anleihen von Unternehmen wie Stada oder Celesio zurück, die aus seiner Sicht solide sind, aber auf die Kosten für eine Bonitätsnote einer Ratingagentur verzichten. Das bringe eine etwas höhere Rendite. Staatsanleihen finden sich in seinem Depotvorschlag höchstens, um damit Fremdwährungen wie Schwedische oder Norwegische Kronen aufzubauen. Bleibt als Ersatzwährung noch ein Goldanteil von fünf Prozent und zur Stabilisierung sogenannte Absolute Return Produkte, die in schwierigen Marktphasen in der Pluszone landen sollen.

Fall 2: Das Gebührengrab

Es läuft gut bei den Eheleuten aus dem Raum Hannover. Eine Reise hier, ein Urlaub dort. Das Alter macht ihnen bislang viel Freude. Sie sind beide 80. Doch sie wissen auch, dass sich ihr Gesundheitszustand schnell ändern kann. Da sie keine Kinder haben, muss vor allem Geld für die Pflege bleiben. Daher ist ihr Anlageziel klar: Die 1,2 Millionen Euro, die sie bislang bei einer deutschen Großbank liegen haben, sollten nicht plötzlich viel weniger wert sein.

Auch auf ein Liquiditätspolster für mögliche Reparaturen am Haus legen sie Wert. Bislang besteht das Depot zu rund einem Drittel aus Aktien, hinzu kommen knapp 700.000 Euro in Anleihen, wobei es sich dabei vor allem um Bankanleihen der eigenen Hausbank handelt. Auch ein offener Immobilienfonds findet sich im Depot, der aber, wie viele andere seine Art, mittlerweile geschlossen ist. Die Eheleute kommen an das Geld nicht mehr heran, bis 2014 soll der Fonds abgewickelt werden.

Die Analyse: Die Schwachstelle des Depots ist schnell ausgemacht: der Anleihenanteil - nicht seine Höhe, sondern seine Zusammensetzung. Es finden sich vor allem Bankanleihen, sie haben Namen wie Stufenzinsanleihe oder Floater und wurden einst von ihrem Kreditinstitut direkt bei der Emission ins Depot gebucht. "Da flossen häufig neben einem Ausgabeaufschlag noch zusätzliche Vertriebsprovisionen", sagt Mario Drotschmann von der Value Experts Vermögensverwaltungs AG in Hannover.

Es fällt ein Vielfaches der Gebühr an, wenn der Kunde ein solches Papier direkt bei seiner Bank statt später über die Börse kauft. "Viele Kunden wissen gar nicht, wie viel sie da an Gebühren zahlen", so Drotschmann, der viele Jahre selbst bei einer Großbank arbeitete. Zudem finden sich in dem Depot noch drei Rentenfonds von Vertriebspartnern der Bank. Unternehmensanleihen von Porsche, Daimler und Linde fallen dagegen kaum ins Gewicht. Der Blick auf die Aktien im Depot fällt versöhnlicher aus. "Mit 35 Prozent liegt der Aktienanteil zwar für 80-Jährige zu hoch, aber er ist verhältnismäßig gut strukturiert", so der Vermögensverwalter. Einzelaktien befänden sich darin genauso wie Fonds, insgesamt allerdings zu viele Papiere aus Deutschland.

Die Lösung: Die Bankanleihen sollen zumindest teilweise verkauft werden. "Wir würden den Anteil gern noch weiter reduzieren oder sogar komplett abbauen, doch bei Papieren, deren Kurse zu niedrig sind, müssen wir dies erst einmal lassen", sagt Drotschmann. Stattdessen will er den Anteil an guten Industrieanleihen deutlich ausbauen, dabei denkt der Vermögensverwalter an Adressen wie Daimler oder Evonik. "Auf Staatsanleihen verzichten wir dagegen komplett", sagt er. Anleihen guter Schuldner würden mittlerweile zu niedrig verzinst. Einzige Ausnahme: inflationsindexierte Titel, deren Rendite mit steigender Inflationsrate automatisch steigt. Den Aktienbestand reduziert Drotschmann auf 25 Prozent.

Einige Nebenwertefonds und Bankaktien empfiehlt er nach den zuletzt deutlich gestiegenen Kursen zum Verkauf. An ihre Stelle rücken direkte Aktienanlagen in substanzstarke internationale Titel mit einer hohen Dividendenrendite. Neu aufgenommen als Versicherung gegen Unwägbarkeiten wird Gold. Auch dies soll wie die inflationsindexierten Anleihen und letztlich auch die Aktien als Sachwert zur Absicherung in Inflationszeiten dienen. Der offene Immobilienfonds muss im Depot bleiben. "Ein Verkauf über die Börse lohnt angesichts der hohen Kursabschläge nicht", so der Vermögensverwalter. Die fünf Prozent Liquidität sind auf einem Tagesgeldkonto geparkt, sodass die Eheleute die zu erwartenden Reparaturen am Eigenheim jederzeit bezahlen können.

Kostenloser Vermögens-Check

Um den Lesern bei solchen Fragen zu helfen, bietet Morgenpost Online ab sofort wieder einen kostenlosen Vermögens-Check an. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Münchener V-Bank , einem Institut speziell für bankenunabhängige Vermögensverwalter in ganz Deutschland. Exklusiv für die Leser stellt sie Kontakte zu diesen Anlage-Spezialisten her, die dann kostenlos und unverbindlich die Vermögensverhältnisse analysieren . So lässt sich feststellen, ob die Anlagen den Zielen des Anlegers entsprechen und so aufgestellt sind, dass sie der aktuellen Lage an den Finanzmärkten gerecht werden.

So können Anleger Ihr Portfolio optimieren: Machen Sie mit beim kostenlosen Vermögens-Check !