Wall Street

Daten aus China und Europa belasten US-Börsen

Experten sehen eine Rezension auf Europa zukommen. Auch China könnte auf dem harten Boden der Tatsachen landen, heißt es. Erholung auf dem amerikanischen Jobmarkt schafft keine Entlastung.

Enttäuschende Konjunkturdaten haben der Wall Street einen Dämpfer versetzt. Nach der jüngsten Rally ging es für die US-Börsen am Donnerstag den dritten Tag in Folge nach unten. Eine Reihe von Daten ließ Sorgen über den Zustand der Weltwirtschaft wieder aufkommen. So beschleunigte sich der Abwärtstrend der chinesischen Industrie. Wie der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC für März zeigt, gingen die Geschäfte den fünften Monat in Folge zurück. Auch in der Euro-Zone verbuchte die Industrie im März schwächere Geschäfte, getrieben von Deutschland und Frankreich.

„Der Aktienmarkt hat in einer Traumwelt gelebt, die schlechten Daten ignoriert und nur die guten Zahlen gesehen“, sagte James Dailey von Team Asset Strategy Fund. „Aber nun ist klar, dass Europa eine Rezession bevorsteht, von der wahrscheinlich auch Deutschland betroffen ist. Und auch China könnte bald auf dem harten Boden der Tatsachen landen.“

Dow-Jones notiert Abschlag um 0,6 Prozent

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte mit einem Abschlag von 0,6 Prozent bei 13.046 Punkten. Im Tagesverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.017 und 13.124 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1392 Zählern, ein Minus von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,4 Prozent auf 3063 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 1,3 Prozent bei 6981 Stellen aus dem Handel.

Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt konnten den Nachrichten aus China und der Euro-Zone nichts entgegensetzen. In der zurückliegenden Woche stellten so wenig Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit vier Jahren nicht mehr. Analysten hatten dagegen mit einem leichten Anstieg gerechnet.

Obwohl der US-Paketdienst FedEx im dritten Quartal überraschend viel verdiente, gaben die Aktien des Konzerns über vier Prozent nach. Wegen der schwachen Wirtschaft in Europa gab der DHL -Konkurrent eine vorsichtige Prognose für die Geschäftsentwicklung ab.

McDonald's-Chef geht in Rente

Den Weggang des Chefs von McDonald’s quittierten die Anleger mit einem Minus von 0,7 Prozent. Nach mehr als sieben Jahren an der Spitze der weltgrößten Hamburger-Kette geht Jim Skinner nach Angaben des Unternehmens am 1. Juli in Rente.

Ein erfolgreiches Börsendebüt legte die Aktie von Vantiv hin. Das Papier des Bezahldienstleisters wurde 17,4 Prozent über dem Ausgabepreis gehandelt.

Angetan zeigten sich die Anleger auch von den überraschend guten Zahlen der Einzelhandelskette Dollar General. Umsatz und Gewinn im Weihnachtsquartal lagen über den Erwartungen, die Anteilsscheine legten 3,4 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 760 Millionen Aktien den Besitzer. 745 Werte legten zu, 2217 gaben nach und 111 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,5 Milliarden Aktien 775 im Plus, 1719 im Minus und 113 unverändert.