Börsen-Bericht

Konjunktursorgen schicken den Dax talwärts

Eine geballte Ladung an schlechten Nachrichten hat die Anleger am Aktienmarkt verschreckt. Der Dax sackte deutlich unter 7000 Punkte.

Die Sorgen vor einem Abschwung in der deutschen Industrie haben den Dax am Donnerstag stark belastet. Der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie fiel auf 48,1 Punkte und verfehlte damit die Prognosen deutlich. Auch in China und Frankreich hat sich die Stimmung in der Industrie eingetrübt. Nachdem der Leitindex bereits am Vormittag die Marke von 7000 Punkten gerissen hatte, fiel er bis zum Schluss um 1,3 Prozent auf 6981 Punkte. MDax gab dank deutlicher Gewinne bei den Titeln des Spezialchemiekonzerns Lanxess dagegen nur um 0,5 Prozent auf 10.5732 Zähler nach. Der TecDax sank um 0,8 Prozent auf 777 Punkte.

Die deutschen Staatsanleihen erhielten dagegen von den enttäuschenden Konjunkturzahlen aus dem Euro-Raum kräftigen Auftrieb. Nach einem deutlichen Rückgang der Einkaufsmanagerindizes legte der Bund-Future bis zum Abend um 72 Ticks auf 137,05 Punkte zu. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ermäßigte sich im Gegenzug auf 1,914 Prozent. Der Euro fiel nach den schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone unter die Marke von 1,32 Dollar und kostete zuletzt 1,3188 Dollar.

Im Dax notierten vor diesem Hintergrund fast alle Aktien im Minus. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die Finanzwerte. So büßten die Papiere der Commerzbank um 3,1 Prozent ein, Deutsche Bank ermäßigten sich um 1,8 Prozent. Ein Börsianer verwies überdies auf zuletzt wieder aufkeimende Sorgen um Spanien, die viertgrößte Volkswirtschaft im Euro-Raum.

Hingegen hielten sich die Verluste bei Infineon mit minus 0,1 Prozent in Grenzen. Die Aktie profitierte von einer Hochstufung durch Berenberg, die das Papier von „Verkaufen“ auf „Halten“ und das Kursziel von 4,70 Euro auf 8,00 Euro hochgesetzt hatten.

Im Blick der Anleger standen auch Werte aus der zweiten Reihe. Dazu zählte der Spezialchemiekonzern Lanxess, dessen Titel um 8,7 Prozent zulegten. Dem Unternehmen war es gelungen, 2011 der Schuldenkrise zu trotzen und Umsatz und Gewinn kräftig zu steigern. Ein Plus von 7,1 Prozent verbuchten die Papiere der SGL Group, nachdem der Kohlenstoffspezialist mit seinem Dividendenvorschlag überzeugt hatte. Am TecDax-Ende verloren Solarworld 5,2 Prozent. Im vergangenen Jahr hat die Branchenkrise auch das bislang vergleichsweise erfolgreiche Solarunternehmen voll erwischt. Nordex verteuerten sich indes um 0,2 Prozent. Das Unternehmen hat einen Folgeauftrag für die Lieferung und Errichtung der Windturbinen für einen Windpark der polnischen E.on-Tochter erhalten.