Börsen-Bericht

Zu viele Negativnachrichten lassen Dax abrutschen

Eine geballte Ladung an schlechten Nachrichten hat die Anleger am Aktienmarkt verschreckt. Der Dax sackte deutlich unter 7000 Punkte.

Die Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der deutschen und chinesischen Konjunktur hat den europäischen Aktienmärkten zugesetzt. „Die Negativnachrichten kamen heute in geballter Form“, sagte ein Händler. So hat sich nicht nur der Abwärtstrend der chinesischen Industrie beschleunigt. Auch die deutsche Industrie ist erstmals in diesem Jahr aus dem Tritt geraten.

Der Dax rutschte unter die 7000-Punkte-Marke und notierte in der Spitze 1,9 Prozent schwächer bei 6938 Zählern. Der europäische Stoxx50 verlor 1,6 Prozent. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie fiel im März um 2,1 auf 48,1 Zähler – die Anleger wurden von dem überraschenden Einbruch unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten kalt erwischt.

„Die Stimmungsergebnisse zeigen, dass die Erwartungen für den ifo-Geschäftsklimaindex, der am kommenden Montag zur Veröffentlichung ansteht, nicht zu hoch gesteckt werden sollten“, schrieb Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Auch beim Euro hinterließ die Enttäuschung ihre Spuren: Die Gemeinschaftswährung fiel auf ein Tagestief von 1,3133 Dollar - nach 1,3210 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft. Zurückgegangen sind die Geschäfte der Industrie laut HSBC-Einkaufsmanagerindex auch in China – und dies bereits den fünften Monat in Folge. Die Analysten der NordLB warnten aber vor einem überzogenen Konjunkturpessimismus.

„China befindet sich inmitten einer weichen Landung – ohne Molltöne kann auch diese nicht erfolgen“, urteilten die Experten. Die Konjunktursorgen machten sich im Dax vor allem bei dem Stahlkonzern ThyssenKrupp bemerkbar, der die Verliererliste mit einem Abschlag von 2,9 Prozent anführte.

Solarworld verschreckt die Anleger

Im MDax bewegten vor allem die Geschäftszahlen einiger Unternehmen die Kurse. Lanxess legte nach einem Rekordgewinn auch für das erste Quartal die Messlatte hoch. Der Chemiekonzern stellte einen bereinigten operativen Gewinn von 330 bis 350 Millionen Euro zum Jahresauftakt in Aussicht. Die Aktie stieg in der Spitze um knapp zehn Prozent auf 61,83 Euro, den höchsten Stand seit Mai 2011.

Auch SGL Carbon legte mit einem Plus von bis zu vier Prozent ordentlich zu. Händlern zufolge überwog die überraschende Wiederaufnahme der Dividendenzahlung am Ende doch den eher vorsichtigen Ausblick des Unternehmens. Der Elektroden- und Carbonfaserkonzern beteiligt seine Aktionäre erstmals seit 14 Jahren wieder am Gewinn.

Im TecDax kamen Solarworld auf keinen grünen Zweig. Nachdem am Vortag die überraschend niedrig ausgefallenen US-Strafzölle auf chinesische Solarimporte die Aktie ins Taumeln gebracht hatte, verschreckte nun ein hoher Verlust die Anleger. Die Papiere verbilligten sich um knapp vier Prozent auf 2,99 Euro. Im vergangenen Jahr hat Solarworld einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen Euro verbucht – nach einem Gewinn von 87,3 Millionen Euro in 2010.