Börsen-Bericht

Sorgen um Autoabsatz in China verstimmen Anleger

Eine schwächere Autonachfrage in China belastet die Autowerte. BMW und Daimler hatten allerdings seit Jahresbeginn um 40 Prozent zugelegt.

Angeführt von Verlusten bei den Autobauern hat der Dax nachgegeben. Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage in China drückten BMW, Daimler und Volkswagen um bis zu fünf Prozent ins Minus – der deutsche Leitindex notierte 1,2 Prozent schwächer bei 7068 Punkten.

Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge rechnet der chinesische Automobilverband nicht mehr damit, dass die Verkäufe 2012 wie gedacht um acht Prozent zulegen. Das Plus könne wegen der schwierigen Konjunktur sogar bei weniger als fünf Prozent liegen. „Jede Negativnachricht aus China lässt die Kurse taumeln“, sagte ein Händler. „Aber ähnlich wie beim Dax spielen nach der jüngsten Rally auch Gewinnmitnahmen eine große Rolle.“

Das deutsche Börsenbarometer hat seit Jahresbeginn gut 21 Prozent an Wert gewonnen. BMW und Daimler kommen auf ein Plus von knapp 40 Prozent, Volkswagen legten gut 20 Prozent zu. Nach dem starken Jahresauftakt sei nun Zeit für eine Konsolidierung, sagte ein Börsianer.

Im Blick behielten die Investoren aber auch die am Nachmittag anstehenden US-Baugenehmigungen und -beginne. Die Anleger warteten auf neue Hinweise, ob die Erholung der Konjunktur in den USA nachhaltig sei, sagte Kim Se-joong, Stratege bei Shinyoung Securities. Helaba-Analyst Christian Schmidt zeigte sich zuversichtlich: „Per saldo scheint der Bausektor im ersten Quartal einen positiven Wachstumsimpuls für das Bruttoinlandsprodukt zu liefern“, schrieb er in einem Kommentar.

Metro setzt sich an die Spitze

Auf der Gewinnerseite im Dax standen Metro . Die Aktien, die zunächst im Minus gestartet waren, setzten sich mit einem Plus von 1,6 Prozent an die Dax-Spitze. „Auf den zweiten Blick waren die Zahlen – vor allem von Media-Saturn im vierten Quartal – gar nicht so schlecht. Auch der Ausblick hätte schlimmer ausfallen können“, sagte ein Händler. Der neue Vorstandschef Olaf Koch erwartet im laufenden Jahr stagnierende operative Erträge bei einem Anstieg des Umsatzes.

Anderen Händlern zufolge gaben aber auch Spekulationen auf ein Wiederaufleben der Verkaufspläne für das ehemalige Sorgenkind Real den Papieren Auftrieb. Ausgelöst wurde die Spekulationen durch das Ausscheiden des für die Supermarktkette zuständigen Vorstandes Joel Saveuse – der 59jährige Franzose werde „im beiderseitigen Einvernehmen“ Ende März seine Ämter niederlegen, teilte Metro mit. Koch soll nun auch die Verantwortung für Real im Vorstand übernehmen.

Im MDax gaben die Zulieferfirmen im Einklang mit den Autobauern nach. Continental, Leoni und Elringklinger verloren zwischen fünf und 2,4 Prozent nach.