Börsen-Bericht

Dax mit bestem Jahresauftakt seit Jahrzehnten

Mit einem Plus von 21 Prozent seit Jahresanfang hat der Leitindex einen blendenden Start hingelegt. Der Hexensabbat bringt ihn nicht vom Kurs ab.

Am deutschen Aktienmarkt ist es auch zum großen Verfallstermin weiter aufwärtsgegangen. Der Dax schloss bei 7157,82 Zählern zwar nur mit einem mageren Plus von 0,2 Prozent, legte auf Wochensicht aber vier Prozent zu. „Wir etablieren uns nachhaltig über der Marke von 7100 Punkten. Es ist genug Geld da und viele Leute sehen ein, dass es momentan keine andere Anlagemöglichkeit als Aktien gibt“, fasste ein Händler zusammen.

Seit Jahresbeginn hat der Dax damit sein Kursplus auf mehr als 21 Prozent ausgebaut. „Der stärkste Jahresauftakt seit Jahrzehnten bringt die Skeptiker in die Bredouille“,sagte Analyst Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg.

Dreifacher Verfallstag fast ohne Wirkung

Am sogenannten Hexensabbat sind Kursschwankungen programmiert – zu diesem Abrechnungstag verfallen an den Terminmärkten Index-Futures sowie Optionen auf Indizes und Aktien. Unter den Einzelwerten gab es deshalb ein fröhliches Auf und Ab, da Anleger die Kurse derjenigen Werte, auf die sie Derivate halten, in die für sie günstige Richtung zu bewegen versuchten.

Der Settlement-Kurs für Dax-Optionen wurde am Mittag bei 7193,36 Punkten festgesetzt. Der EuroStoxx50 beendete den Handel mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 2605 Stellen. An den US-Börsen ging es nach durchwachsen ausgefallenen Konjunkturdaten nur zögerlich aufwärts.

Im Dax konnten vor allem die Aktien der Deutschen Börse punkten, die mit 2,2 Prozent als größter Gewinner schlossen. Metro-Papiere legten zwei Prozent zu, Allianz stiegen um 1,6 Prozent. Die Anteilsscheine der Münchener Rück, die bis zu 2,1 Prozent auf 117,55 Euro gewannen, schlossen mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Sie profitierten von positiven Analystenkommentaren: Es gebe gute Chancen, dass der Rückversicherer sein Gewinnziel von 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr übertreffen werde, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler in einem Kommentar. Der Experte setzte das Kursziel auf 110 von 100 Euro, die Bewertung der Aktien beließ er auf „Hold“. Die Analysten von Exane BNP Paribas erhöhten das Kursziel um drei Prozent auf 126 Euro.

Autowerte verlieren

Auf der Verliererseite setzten sich die Autowerte fest: Daimler, BMW und Volkswagen gaben zwischen 2,5 und 0,5 Prozent nach. Bernstein hat den europäischen Autosektor nach der jüngsten Rally auf „Neutral„ heruntergesetzt. Der entsprechende Index hat seit Jahresbeginn gut 37 Prozent zugelegt.

Im MDax gehörten Gagfah mit einem Plus von 8,6 Prozent auf 6,24 Euro zu den größten Gewinnern und waren damit so teuer wie seit Mai 2011 nicht mehr. Im Rechtsstreit mit der Stadt Dresden um Verstöße gegen Mieterschutzklauseln kommt Deutschlands größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft mit der Zahlung von insgesamt 40 Millionen Euro davon. Der Dresdner Stadtrat stimmte einem entsprechenden Vergleich am Donnerstagabend zu. Im Vorfeld der Abstimmung sei spekuliert worden, dass der Vergleich doch noch scheitern könnte, sagte ein Händler.