Börsen-Bericht

Dax hält sich sicher über der 7000-Punkte-Marke

US-Stresstest-Ergebnisse beflügeln europäische Banken. E.on legt um sechs Prozent zu, obwohl der Energieversorger einen Milliardenverlust meldet.

In der Hoffnung auf eine anziehende Weltkonjunktur haben Anleger bei europäischen Aktienwerten wieder zugegriffen. Sie stützten ihren Optimismus unter anderem auf die positiven Aussagen der US-Notenbank Fed zur Entwicklung des dortigen Arbeitsmarktes. Außerdem etablierten sich mehrere Indizes dies- und jenseits des Atlantik oberhalb wichtiger Marken.

„Die Märkte werden derzeit von Zuversicht getrieben“, sagte Aktien-Experte Grant Williamson vom Brokerhaus Hamilton Hindin. „Die internationalen Börsen – vor allem die Wall Street – haben eine nette Rally.“

Dax und EuroStoxx50 legten im Handel jeweils gut ein Prozent auf 7075,74 beziehungsweise 2586,45 Punkte zu. Damit erreichten beide Indizes den höchsten Stand seit Anfang August 2011. „Wenn sich an der Wall Street der Dow Jones über 13.000 und der Nasdaq über 3000 Punkten etablieren, ist im Dax der Weg frei bis 7500 Punkte“, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

Die Fed hatte am Vorabend mitgeteilt, sie verzichte angesichts der „merklich gesunkenen“ Arbeitslosenquote vorerst auf weitere Geldspritzen zur Ankurbelung der Konjunktur. Nach Einschätzung des Analysten Bernd Krampen von der NordLB ist in den kommenden Quartalen mit einer Fortsetzung der Konjunktur-Erholung zu rechnen. Er erwarte ein US-Wachstum zwischen 1,5 und 2,5 Prozent.

E.on trotz Verlust im Aufwind

Spitzenreiter in Dax und EuroStoxx50 waren E.on. Die Aktien gewannen sechs Prozent auf 18,10 Euro, obwohl der Versorger erstmals in seiner Geschichte einen Nettoverlust verbuchte. Allerdings ging der für die Dividende entscheidende nachhaltige Überschuss 2011 weniger stark zurück als befürchtet.

Auch das operative Ergebnis fiel höher aus als gedacht. Außerdem seien die angesichts des schwierigen Marktumfeldes bekräftigten operativen Ergebnisziele für 2013 positiv zu werten, schrieb Equinet-Analyst Michael Schaefer in einem Kommentar.

Zu den Favoriten zählten nach dem Bekanntwerden der Stresstest-Ergebnisse für die US-Banken außerdem die europäischen Finanzwerte. Deutsche Bank und Commerzbank gewannen jeweils mehr als drei Prozent auf 38,03 beziehungsweise 1,96 Prozent. Die Papiere der französischen BNP Paribas legten in ähnlichem Umfang zu. Der europäische Branchenindex gewann 2,1 Prozent.

„Viele US-Banken haben den Stresstest mit Bravour bestanden“, sagte Analyst Mario Mattera von der Metzler Bank. „Dass einige Banken das nicht geschafft haben, ist auch deshalb nicht so entscheidend, da das Stress-Szenario schon extrem war und es so aussieht, als würde es nicht Realität.“

Die Aktien der Citigroup, die beim Test durchgefallen waren, hatten am Dienstag an der Wall Street mit 6,3 Prozent ähnlich stark im Plus geschlossen wie diejenigen von Goldman Sachs und JPMorgan.

Schlusslicht im Dax waren Bayer mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 54,94 Euro. „Der Großteil der Ziele liegt im Rahmen unserer Erwartungen, es gibt für uns derzeit keinen Grund, unsere Einschätzung der Aktien oder das Kursziel zu ändern“, schrieb Stefan Muehlbauer, Analyst bei Silvia Quandt Research, in einem Kommentar. Bayer-Chef Marijn Dekkers hat den drei Sparten des Pharma- und Chemiekonzerns neue mittelfristige Ziele bis zum Jahr 2014 vorgegeben.