Börsen-Bericht

China-Daten machen Dax-Anlegern zu schaffen

Schwache Konjunkturdaten aus China haben dem Dax zu Wochenbeginn ausgebremst. Aber der Leitindex arbeitet sich bis Mittag knapp ins Plus vor.

Nach einem negativen Auftakt schafft der deutsche Leitindex Dax bis zum Mittag die Wende. Er notierte 0,3 Prozent im Plus bei 6897 Zählern. Die Volksrepublik hat im Februar das größte Handelsdefizit seit mindestens zehn Jahren eingefahren. Mit einem negativen Saldo von 31,48 Milliarden US-Dollar rutschte das Land zum ersten Mal seit einem Jahr in die roten Zahlen.

„Nachdem die chinesische Regierung bereits eine Absenkung des Wachstumsziels für 2012 auf 7,5 Prozent bekanntgegeben hat, trübt die Entwicklung im Außenhandel den Ausblick weiter ein“, hieß es in einem Kommentar der NordLB.

Zurückhaltend zeigten sich die Anleger auch angesichts der Zinssitzung der US-Notenbank Fed. Die verbesserten US-Arbeitsmarktzahlen vom Freitag machen nach Meinung von Analysten weitere Maßnahmen der Fed zur Ankurbelung der Konjunktur wenig wahrscheinlich.

„Hinsichtlich eines weiteren Programms zur monetären Stimulierung der Wirtschaft bestehen zwar anhaltende Spekulationen, ein Beschluss hierzu dürfte jedoch nicht präsentiert werden“, prognostizierte LBBW-Investmentanalyst Thomas Hollenbach. Die Fed wird sich am Dienstag zu ihrer weiteren Zins- und Konjunkturpolitik äußern.

Minenwerte auf der Verliererstraße

Die Zweifel an einem anhaltend robusten Wachstum in China drückte zu Wochenbeginn die europäischen Minenwerte ins Minus. Der Branchenindex gehörte mit einem Abschlag von 0,2 Prozent zu den größten Verlierern unter den Sektor-Indizes.

In London notierten Vedanta 1,3 und Rio Tinto 0,5 Prozent schwächer. Die Anteilsscheine von BHP Billiton gaben 0,3 Prozent nach. China ist weltweit der größte Abnehmer von Industriemetallen.

Im Dax zählten Volkswagen zu den schwächsten Werten. Nach seinem Rekordgewinn 2011 legt der Autobauer im laufenden Jahr eine Verschnaufpause ein. Die Papiere gaben um 0,8 Prozent nach. Daimler und BMW notierten ein beziehungsweise 0,6 Prozent fester.

Im MDax gingen ElringKlinger nach der Vorlage von Geschäftzahlen auf Talfahrt. „Während der Umsatz unsere und die Markterwartungen übertreffen konnte, lagen die Ergebniszahlen unter den Erwartungen“, schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic.

Das operative Ergebnis belief sich auf 151,1 Millionen Euro – Analysten hatten im Schnitt mit 158 Millionen Euro gerechnet. Die WestLB stufte die Aktien in Reaktion auf die Geschäftszahlen herunter auf „Reduzieren“ von „Neutral“.

Die Papiere gaben in der Spitze um bis zu 7,7 Prozent auf 22,50 Euro nach und waren damit so billig wie seit sechs Wochen nicht mehr.

Anleger greifen bei Douglas zu

Zugegriffen haben Anleger dagegen bei den Aktien des Handelskonzerns Douglas. Mit einem Plus von bis zu 3,3 Prozent standen sie an der Spitze des Nebenwerteindex. Laut der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ will Firmensenior Jörn Kreke den Kontrolleuren am Mittwoch bei einer Aufsichtsratssitzung seinen „Masterplan“ vorlegen.

Die Krekes wollen Douglas von der Börse nehmen und streben dazu die Unterstützung von Finanzinvestoren an. Vielleicht komme nun mehr Bewegung in die Umbaupläne und die Investoren wüssten bald, was Sache sei, sagte ein Händler.