US-Investmentbank

Lehman Brothers ist nicht mehr pleite

Die Insolvenz von Lehman Brothers hatte 2008 die Finanzkrise erst angefacht: Jetzt ist das Verfahren beendet. Der Rest des Vermögens wird an Gläubiger ausgeschüttet.

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Nach fast dreieinhalb Jahren ist die Insolvenz für die US-Investmentbank Lehman Brothers Geschichte. Das Unternehmen erklärte das Gläubigerschutzverfahren (Chapter 11) am Dienstag nach 1268 Tagen offiziell für beendet. Vom 17. April an soll der Rest des Vermögens an die Gläubiger ausgeschüttet werden: Sie können mit der Auszahlung von etwa 65 Milliarden Dollar rechnen – mehr als 300 Milliarden Dollar an Forderungen hatten sie angemeldet.

Für ein neues Lehman-Management bleibt die Aufgabe, die Bank und die restlichen Papiere abzuwickeln. Konkursrichter James Peck hatte den Insolvenzplan von Lehman Brothers im Dezember genehmigt.

Größte Insolvenz der US-Geschichte

Lehman Brothers war im September 2008 wegen missglückter Spekulationen auf dem US-Häusermarkt zusammengebrochen . Die Pleite hatte die Finanzkrise angefacht. Seit dieser Zeit läuft die Abwicklung der einst viertgrößten Investmentbank der Welt.

Mit 639 Milliarden Dollar war sie die größte Insolvenz der US-Geschichte. Wegen der dramatischen Verwerfungen, die sie an den Märkten auslöste, bemühten sich die USA und andere Regierungen von da an mit Milliardensummen, alle großen Banken zu retten.

Nutznießer auch in Deutschland

Auch für den Insolvenzverwalter der deutschen Lehman-Tochter, Michael Frege, ist im April Zahltag. Sie ist einer der größten Gläubiger des US-Mutterkonzerns, weil dieser einen großen Teil seiner normalen Bankgeschäfte über die Lehman Brothers Bankhaus AG abwickelte, da diese eine Banklizenz hatte, sagte Frege im Januar der Nachrichtenagentur Reuters.

Es sei gelungen, strittige Vermögenspositionen zugunsten der deutschen Gläubiger zu regeln. „Wir haben dort beachtliche Erträge erhalten“, sagte Frege.

Zu den Nutznießern zählen dann unter anderem die Bundesbank und die deutschen Privatbanken. Um die Lehman-Kunden entschädigen zu können, hatte der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken eine Garantie über 6,3 Milliarden Euro vom Bankenrettungsfonds SoFFin gebraucht, mit der eine Anleihe begeben wurde.

Die Einzahlungen der privaten Banken in den Fonds hätten für die Bewältigung der Milliarden-Pleite nicht gereicht. Das deutsche Insolvenzverfahren wird sich allerdings noch über drei bis fünf Jahre hinziehen.