Börsen-Bericht

Drohende China-Flaute macht Anleger nervös

Unsicherheiten bei Schuldenschnitts Griechenlands und schwache Konjunkturzahlen aus Peking verunsichern die Anleger. Die schicken den Dax ins Minus.

Der Dax ist mit Verlusten in die neue Woche gestartet. Das Thema Griechenland stand mit Blick auf die Unsicherheiten rund um die Annahme des Schuldentauschs durch private Investoren weiter im Fokus. Hinzu kamen schwache Wachstumssignale aus China. Zum Auftakt der Tagung des Volkskongresses gab Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao nur noch 7,5 Prozent Wachstum als Ziel für dieses Jahr vor. Vor diesem Hintergrund verlor der deutsche Leitindex bis zu 1,5 Prozent, reduzierte das Minus zum Schluss aber auf 6866 Punkte, ein Abschlag von 0,8 Prozent. Für den MDax ging es um 1,2 Prozent nach unten, während der TecDax 0,4 Prozent einbüßte.

Die starke Nachfrage nach sicheren Anlagen wie deutschen Staatsanleihen hielt zunächst an. Nach schwachem Start legten die Kurse am Rentenmarkt zeitweise deutlich zu. Der Bund-Future stieg in der Spitze auf 140,39 Punkte und damit auf ein neues Rekordhoch. Im Verlauf gab er die Gewinne jedoch wieder ab und verlor 22 Ticks auf 139,84 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 1,822 Prozent. Die enttäuschend ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor belasteten den Euro nur vorübergehend. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung wieder über 1,32 Dollar gehandelt.

Negative Einstufungen belasteten die Dax-Werte BASF und HeidelbergCement. Die Citigroup und ING hatten ihre Kaufempfehlungen gestrichen und nehmen nun eine neutrale Haltung ein. Papiere des Chemiekonzerns verloren daraufhin 1,5 Prozent. Die Anteile des Baustoffherstellers verbilligten sich am Dax-Ende gar um 3,6 Prozent. Die Titel der Commerzbank verloren 3,3 Prozent. Das Ergebnis des Hybridanleihen-Rückkaufprogramms der Commerzbank hatte die Investoren nicht überzeugt.

Gefragt waren indes vor allem defensive Titel wie Beiersdorf und Henkel. Die Führung im Dax übernahmen Beiersdorf mit einem Aufschlag von 1,3 Prozent. Die Vorzugsaktien von Henkel rückten als zweitbester Standardwert um 1,1 Prozent vor.

Daimler gaben indes um 0,5 Prozent nach und konnten nicht von den Pkw-Verkäufen im Februar profitieren. Der Autobauer hielt auch im Februar das hohe Tempo. Der abgelaufene Monat war der beste Februar-Absatz in der Unternehmensgeschichte.

Salzgitter gingen auf Talfahrt und verloren fünf Prozent. Händler machten dafür den vagen Ausblick zur Geschäftsentwicklung verantwortlich. Das Fehlen konkreter Ergebnisziele überschatte die Zahlen, die über den Markterwartungen gelegen hatten.