Börsen-Bericht

Schwache Konjunkturdaten machen Anleger nervös

Der europäische Einkaufsmanager gibt überraschend stark nach. Dass China sein Wachstumsziel senkt, trübt die Stimmung ebenfalls.

Die Wirtschaftslokomotive China verliert an Fahrt, im Euro-Raum herrscht eine Konjunkturflaute – für Dax -Anleger war das Grund genug, von Aktien die Finger zu lassen. Der Dax verlor 1,1 Prozent auf 6843 Zähler. Auch der EuroStoxx50 gab gut ein Prozent nach.

Zum Wochenauftakt gebe es einiges, was die Investoren erst einmal verdauen müssten, sagte ein Händler. China erwartet für das laufende Jahr nur noch ein Anziehen der Konjunktur um 7,5 Prozent – dies wäre das geringste Wirtschaftswachstum seit 1990. Wenn China zu schwächeln beginne, belaste das die Weltwirtschaft, sagte Philippe Gijsels von BNP Paribas Fortis Global Markets. Die Führung in Peking hatte jahrelang die Messlatte beim Wachstum auf acht Prozent gelegt und sie dann jeweils deutlich übertroffen.

In der Euro-Zone sorgten die mauen Geschäft der Dienstleister für schlechte Laune. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex verlor im Februar 1,6 auf 48,8 Punkte und rutsche wieder unter die Marke von 50 Zählern, ab der das Barometer Wachstum signalisiert. „Damit steigt das Risiko eines Rückfalls der Euro-Zone in die Rezession“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Die Zweifel an einem anhaltend robusten Wachstum in China drückte zu Wochenbeginn vor allem die europäischen Minenwerte ins Minus. Der Branchenindex gehörte mit einem Abschlag von 2,1 Prozent zu den größten Verlierern unter den Sektor-Indizes. In London notierten Rio Tinto 2,5 und Vedanta zwei Prozent schwächer. Die Anteilsscheine von BHP Billiton gaben gut ein Prozent nach. China ist weltweit der größte Abnehmer von Industriemetallen.

Salzgitter-Aktie geht auf Talfahrt

Im MDax gingen Salzgitter auf Talfahrt und verloren bis zu 7,7 Prozent. Dafür machten Händler vor allem den vagen Ausblick zur Geschäftsentwicklung des Stahlkonzerns verantwortlich. Das Fehlen konkreter Ergebnis-Ziele überschatte die vorgelegten Zahlen, die über den Markterwartungen lägen, schrieb Equinet-Analyst Stefan Freudenreich in einem Kommentar. ThyssenKrupp fielen im Dax um 1,4 Prozent.

Noch stärker im Minus notierten im Leitindex allerdings die Finanzwerte: Die Aktien der Deutschen Bank verloren 2,4, die der Commerzbank sogar mehr als drei Prozent. Das Ergebnis des Hybridanleihen-Rückkaufprogramms hat die Investoren am Montag nicht überzeugt.

Das Institut hat von seinen Anlegern hybride Wertpapiere mit einem Nominalvolumen von 965 Millionen Euro gekauft und wandelt diese in 361 Millionen neue Aktien um. „Der Preis von 1,91 Euro je Aktie ist nicht sonderlich attraktiv, das gibt ja fast keine Prämie zum Börsenkurs, und auch von der Dividendenrendite her lohnt sich das nicht. Man muss ja auch den Verwässerungseffekt bedenken“, sagte Marktanalyst Heino Ruland.

Vergleich mit Dresden hilft Gagfa

Im MDax machten Gagfah von sich reden. Die Einigung auf einen Vergleich im Rechtsstreit mit der Stadt Dresden trieb die Papiere um bis zu 31,4 Prozent auf 5,75 Euro. Sie waren damit so teuer wie zuletzt Ende Mai. Der Vereinbarung zufolge zahlt der Wohnungskonzern 40 Millionen Euro an die Stadt und macht weitere Zugeständnisse.

„Im Vergleich zu der milliardenschweren Vertragsstrafe, die eigentlich im Raum stand, ist Gagfah noch gut weggekommen. Damit ist einer Erholungsrally Tür und Tor geöffnet“, sagte ein Händler. Vor Bekanntwerden der Klageabsicht der Stadt im März 2011 notierte die Aktie noch bei 8,50 Euro. Im vergangenen Jahr hat das Papier insgesamt rund 33 Prozent verloren. Ob der Vergleich in Kraft tritt, hängt allerdings noch von einer Zustimmung des Stadtrats und der zuständigen Rechtsaufsichtsbehörde ab.