Börsen-Bericht

Dax-Anleger schrecken vor 7000-Punkte-Marke zurück

Der Leitindex Dax nimmt die 7000 Punkte ins Visier. Noch zögern die Anleger am Aktienmarkt aber vor der psychologisch wichtigen Marke.

Die Investoren am Aktienmarkt lassen die Woche ruhig ausklingen. Der Dax hielt sich knapp unter seinem Vortagesschluss von 6941 Zählern, nachdem der Leitindex im bisherigen Wochenverlauf ein Prozent zugelegt hatte.

Börsianern zufolge schreckten die Anleger noch vor der psychologisch wichtigen Marke von 7000 Punkten zurück. „Wir stehen da wie das Kaninchen vor der Schlange“, sagte ein Händler. „Aber um über die 7000 Punkte zu kommen, brauchen wir richtig Volumen, und das gibt der Markt im Moment nicht her.“

Rückenwind dürfte die Börse auch in den kommenden Tagen von der milliardenschweren Geldspritze der EZB an die europäischen Banken erhalten. „Ich gehe davon aus, dass der ein oder andere Euro noch seinen Weg in den Markt findet und wir deshalb die 7000 Punkte in der nächsten Wochen nehmen werden“, sagte ein anderer Börsianer.

Als Kurstreiber halfen Anlageempfehlungen der US-Großbank Goldman Sachs. Deren Analysten setzten die Bewertung des europäischen Bankensektors auf „overweight“ von zuvor „neutral„ hoch. In Reaktion darauf legte der Branchenindex um 0,7 Prozent zu.

In Frankfurt führten die Aktien der Commerzbank mit einem Plus von 3,2 Prozent die Gewinnerliste im Leitindex an. Deutsche Bank lagen vergleichsweise magere 0,2 Prozent höher. Händler begründeten das mit Unsicherheit wegen des geplatzten Vergleichs mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch. Aareal Bank legten um 2,7 Prozent zu und waren damit größter MDax -Gewinner.

Einzelhandels-Zahlen enttäuschen

Auch die Titel von Merck profitierten von einem Analystenkommentar: Die Deutsche Bank erhöhte das Kursziel für die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns um neun auf 83 Euro. Die Titel gewannen daraufhin knapp drei Prozent auf 81 Euro. Das von Forschungsrückschlägen geplagte Unternehmen hat vor kurzem ein Sparpaket und einen weltweiten Stellenabbau angekündigt, um wieder mehr Schlagkraft zu gewinnen.

Gefragt waren auch die Aktien von RWE; sie gewannen dank einer Goldman-Sachs-Sektorhochstufung auf „overweight“ von zuvor „neutral“. Die Titel legten rund ein Prozent zu. Auf der Dax-Verliererseite standen Metro mit einem Minus von knapp drei Prozent ganz oben. „Die Einzelhandelsumsätze zu Jahresbeginn waren ja alles andere als prickelnd, das färbt natürlich direkt auf Metro ab“, sagte ein Börsianer.

Der Umsatz im deutschen Einzelhandel ist im Januar um ein Prozent gefallen – es ist bereits der dritte Rückgang in Folge. Im TecDax honorierten Anleger eine unerwartet starke Dividendenanhebung des Mobilfunkdienstleisters Drillisch. Die Aktien kletterten um 4,7 Prozent auf 8,25 Euro.