Börsen-Bericht

Dax-Anleger warten auf den großen Wurf

Die Investoren warten auf Impulse vom Euro-Krisengipfel. Bis dahin zeigen sie sich zurückhaltend: Der deutsche Leitindex verliert ein Prozent.

Der deutsche Aktienmarkt startete am Montag mit Verlusten in die neue Handelswoche. Vor dem Hintergrund des Krisengipfels der EU-Staats- und Regierungschefs ließen die Anleger Vorsicht walten, da der große Wurf zur Lösung der Schuldenkrise immer noch aussteht. Bei ihrem informellen Gipfel in Brüssel wollen die Staats- und Regierungschefs unter anderem schärfere Regeln zum Schuldenabbau vereinbaren und darüber beraten, wie das Wachstum in Europa angekurbelt werden kann. Zum Handelsende stand der Dax mit 6444 Punkten 1,0 Prozent unter seinem Freitagsschluss. Der MDax mittelgroßer Werte büßte 1,7 Prozent ein, der Technologieindex TecDax schwächte sich um 0,9 Prozent ab.

Am deutschen Anleihenmarkt legten die Kurse dagegen kräftig zu. Angesichts der Unsicherheit der Anleger waren die als besonders sicher geltenden deutschen Staatsanleihen gefragt. Der Bund-Future stieg um 84 Ticks auf 139,73 Zähler. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,789 Prozent. Der Euro musste dagegen einen Rückschlag verkraften. Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,3077 Dollar und notierte zuletzt bei 1,3107 Dollar. Neben der Unsicherheit vor dem EU-Gipfel belastete die Herabstufung von fünf Eurozonen-Ländern durch die Ratingagentur Fitch.

Die Angst vor einer Eskalation der Euro-Krise wurde vor allem bei den Bankenwerten deutlich. Der europäische Branchenindex verlor 3,3 Prozent. Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank schwächten sich derweil um 3,8 Prozent und 4,0 Prozent ab. Gegen den schwächeren Trend stemmten sich die Papiere von RWE, die nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley mit einem Plus von 1,2 Prozent zu den wenigen Favoriten im Dax zählten.

Ein unerwartet hoher Jahresverlust schickte die Anteilscheine von Hochtief um 5,8 Prozent talwärts. Praktiker erwischten hingegen einen guten Tag. Die Aktien verteuerten sich um 9,2 Prozent auf den höchsten Stand seit fast zehn Wochen. Der angeschlagene Baumarktkonzern sieht nach einer Kreditvereinbarung die Finanzierung der Frühjahrssaison gesichert.

Im MDax verloren die Titel von Kloeckner & Co. 7,1 Prozent. Der Stahlhändler sieht in der aktuell steigenden Nachfrage nach Stahl nur ein kurzes Zwischenhoch und richtet sich für 2012 auf einen Rückgang ein. Dies sorgte branchenweit für herbe Verluste. ThyssenKrupp büßten 3,6 Prozent ein, Salzgitter verloren 4,9 Prozent. Nach einer Abstufung durch die Commerzbank schwächten sich zudem die Aktien von Stada um 4,3 Prozent ab.