Börsen-Bericht

Griechenland-Poker drückt Dax ins Minus

Die stockenden Verhandlungen um den griechischen Schuldenschnitt machen die Anleger nervös. Der Dax startete im Minus in den Handel.

Der anhaltende Poker um die Entschuldung Griechenlands hat die Stimmung der Dax-Anleger am Dienstag gedrückt. Der Leitindex verlor in den ersten Minuten 0,9 Prozent auf 6380 Zähler. Der MDax verlor 0,79 Prozent auf 9775 Punkte, der TecDax sackte mit Q-Cells am Ende um 0,65 Prozent auf 744 Punkte ab.

„Die bisher noch nicht erfolgte Einigung mit den privaten Gläubigern in Griechenland könnte sich so langsam zu einem Belastungsfaktor entwickeln. Hier drängt die Zeit zu einer Einigung“, sagte ein Händler. Die Euro-Länder wollen den privaten Gläubigern einen stärkeren Verzicht abringen.

Die Euro-Gruppe schickte den griechischen Finanzminister Evangelos Venizelos mit der Bitte um niedrigere Zinsen für die neuen griechischen Staatsanleihen zurück an den Verhandlungstisch.

Zu den größten Verlierern zählten Siemens-Papiere, die sich um 3,5 Prozent verbilligten. Der Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal hat den Anlegern die Kauflaune verdorben. Für das laufende Jahr bestätigte Siemens-Chef Peter Löscher zwar die Gewinnprognose, erklärte aber, man müsse angesichts der anhaltenden Schuldenkrise hart arbeiten, um die Ziele zu erreichen.

„Der Konzern stimmt die Anleger offenbar auf ein schwieriges Jahr ein, das verunsichert“, sagte ein Händler. Auf Talfahrt gingen auch Q-Cells -Papiere, sie notierten im TecDax gut 15 Prozent schwächer. Der Konzern hat mehr als die Hälfte seines Grundkapitals aufgezehrt und muss deshalb seine Aktionäre zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen.